Anne

Sturmschäden, Straßenchaos und weitere Streitigkeiten: Der Herbst ist da!

„Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da, er bringt uns Ärger, heihussassa…“ An dieser etwas anderen Interpretation des beliebten Volksliedes ist viel Wahres dran. Denn die goldene Jahreszeit hat auch ihre Schattenseiten: Nachbarschaftsstreitigkeiten und Ärger im Straßenverkehr sind vorprogrammiert. Ich habe mit ROLAND-Partneranwalt Michael Jelinek von der Kanzlei Kaiser und Kollegen über Auseinandersetzungen rund um Sturmschäden, Laubberge vor Häusern oder vollgelaufene Keller  gesprochen.

Schüttelt ab die Blätter, bringt uns Regenwetter

Mit dem Ende des Sommers lassen die Bäume wieder ihr goldgelbes Blattkleid fallen. Was für idyllische Herbstlandschaften sorgt, wird dem einen oder anderen schnell zur Last. Vor allem die geräuschintensiven Laubbläser sorgen immer wieder für Unmut bei Anwohnern. Doch wann darf der Nachbar die Gehwege mit dem lauten Gerät vom Laub befreien und wann gilt das als Ruhestörung? Mit der Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung hat der Gesetzgeber eine europäische Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Sie regelt unter anderem, welche Geräte zu welcher Zeit und an welchem Ort eingesetzt werden dürfen- wie Michael Jelinek mir erklärt: „In Wohngebieten dürfen Laubbläser in der Regel nur an Werktagen zwischen 9 und 13 Uhr und zwischen 15 und 17 Uhr benutzt werden. Jede Gemeinde kann durch eine Satzung allerdings andere Zeitfenster festlegen.“ Außerhalb der vorgesehenen Zeiten ist das „Gehwegfreipusten“ mit den geräuschvollen Helfern untersagt. Wenn es mal zeitlich nicht anders gehen sollte, hilft auch vorab ein verständnisvolles Gespräch mit den Nachbarn. Auch bei der Frage nach den Zuständigkeiten kommt es immer wieder zu Krach zwischen Nachbarn oder zwischen Mieter und Vermieter. Die sogenannte Verkehrssicherungspflicht für den öffentlichen Raum liegt grundsätzlich bei der jeweiligen Gemeinde. Diese überträgt die Pflicht – vorrangig für die Gehwege – auf die anliegenden Grundstückseigentümer. „Ähnlich wie beim Winterdienst kann aber der Vermieter diese Aufgabe per Mietvertrag auf seine Mieter umlegen“, so der ROLAND-Partneranwalt.

Macht die Blätter bunter, wirft die Äste runter …

Wenn draußen ein Sturm tobt, biegen sich die Bäume oft bedrohlich – und der eine oder andere hält einem solchen Unwetter nicht stand. Autofahrer und Hausbesitzer müssen dann um ihr Eigentum fürchten. Was passiert zum Beispiel, wenn Nachbars Baum auf meine Gartenlaube oder meinen Wagen fällt? Für jeden Baumbesitzer besteht Verkehrssicherungspflicht. „Der Nachbar haftet im vorgenannten Fall nur, wenn der Baum nicht mehr über die nötige Standsicherheit verfügte und das Problem bekannt war – das muss der Geschädigte aber erst einmal nachweisen können“, so Rechtsanwalt Michael Jelinek. Allerdings sind Eigentümer auch angehalten, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob die Bäume auf dem eigenen Grundstück einen Sturm überstehen würden oder Äste abbruchgefährdet sind. „Erst dann zu reagieren, wenn Gefahrenquellen offensichtlich vorhanden sind, ist keine korrekte Ausführung der Verkehrssicherungspflicht. Regelmäßige Baumkontrollen sind zwingend erforderlich“, so der ROLAND-Partneranwalt. Tobt ein Sturm mit Windstärke acht oder mehr, verliert aber auch der standfesteste Baum schon mal den Halt. Dagegen kann der Besitzer in den meisten Fällen keine Vorkehrungen treffen – und deshalb auch nicht rechtlich dafür belangt werden.

Nüsse auf den Teller, Hochwasser im Keller …

Ein unschönes Erwachen: Ein nächtlicher Sturm hat den Keller im Mietshaus unter Wasser gesetzt, die eingelagerten Sachen sind zum Teil stark beschädigt oder nicht mehr brauchbar. Doch wer muss eigentlich für einen solchen Schaden geradestehen? „Unter Umständen kann der Vermieter dafür zur Verantwortung gezogen werden. Allerdings nur dann, wenn er die Gefahr bereits kannte – also der Keller zum Beispiel schon einmal vollgelaufen ist – und er keine Maßnahmen getroffen hat, um das Problem zu beheben“, erklärt Rechtsanwalt Michael Jelinek. Grundsätzlich rät der Anwalt Eigentümern zu einer Elementar- und Hausratversicherung. „Damit diese dann auch greift, muss sich der Hausbesitzer aber natürlich an bestimmte Vorgaben halten“, betont der Anwalt. Weist der Versicherer also zum Beispiel darauf hin, dass eine Rückstauklappe im Keller eingebaut werden muss, sollte der Eigentümer diesen Rat  befolgen. Da der Vermieter allerdings nicht immer haftbar gemacht werden kann und die Rechtslage oft schwierig ist, ist auch dem Mieter zu empfehlen, sich selbst zu versichern – damit er nicht nachher im sprichwörtlichen Regen steht.

Rüttelt an den Zweigen, lässt die Unfallquote steigen …

Der Scheibenwischer läuft auf Hochtouren, die Scheinwerfer schaffen gerade noch Sicht bis zum Vordermann und die Scheiben beschlagen von innen: Bei einem Unwetter bereitet das Autofahren wenig Freude. Und doch tritt nicht jeder auf die Bremse. „Autofahrer müssen bei schlechten Witterungsverhältnissen ihr Fahrverhalten verändern“, betont ROLAND-Partneranwalt Michael Jelinek. Konkret heißt das: die Geschwindigkeit anpassen, Abstand halten, vorausschauend fahren und bremsbereit sein. „Hält sich der Fahrer nicht daran, muss er bei einem Unfall gegebenenfalls mithaften. Das gilt auch, wenn die Fensterscheiben beschlagen waren oder die Scheibenwischer nicht einwandfrei funktionierten.“ Bei Seitenwind kann es vor allem bei hoher Geschwindigkeit zu einem Ausbrechen des Fahrzeugs selbst bei trockener Fahrbahn kommen. Daneben ist Aqua Planing in Verbindung mit hoher Geschwindigkeit eine der häufigsten Unfallursachen. „Deshalb gilt: Runter vom Gas, wenn Wasser auf der Straße steht!“, so Rechtsanwalt Michael Jelinek. Doch das ist nicht das Einzige, was Autofahrer im Herbst bedenken müssen: Bei Sturmschäden am Auto, die zum Beispiel nicht auf Nachbars Unachtsamkeit zurückzuführen sind, greift unter Umständen die Kaskoversicherung. „Eine Teilkasko hilft beispielsweise bei Schäden durch umgestürzte Bäume – allerdings nur, wenn der Sturm mit Windstärke acht oder mehr gewütet hat“, erklärt der ROLAND-Partneranwalt. Auch bei einem Hagelschaden kann man normalerweise auf die Kaskoversicherung zurückgreifen. Passiert allerdings während der Fahrt ein Unfall, weil Äste oder Bäume auf der Straße liegen, hilft nur eine Vollkaskoversicherung.

 

Mit unseren Tipps kommt ihr hoffentlich gut durch die goldene Jahreszeit!

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Anne

Sie liebt Schokolade und ihre Heimatstadt Kevelaer am Niederrhein – was sie gerne auch kundtut. Zu ihrem Glück fehlt ihr eigentlich nur eine Horde Heinzelmännchen, die für sie den Haushalt schmeißen. Damit sie sich auf das konzentrieren kann, was wirklich Freude macht.

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Michael Jelinek

Michael Jelinek ist Rechtsanwalt bei der Kanzlei Kaiser & Kollegen Rechtsanwälte. Hier leitet er die Niederlassung „Mannheim II“ im Schadenkompetenzzentrum  und lenkt die Geschicke im Vertrieb sowie im Schulungs- und Seminarbereich. Rechtsanwalt Michael Jelinek ist als Schadensspezialist und ROLAND-Partneranwalt hauptsächlich auf den Gebieten des professionellen Schadensmanagements und des Verkehrsrechts tätig. Er bringt 18 Jahre Berufserfahrung aus der freien Wirtschaft und dem Automotiv-Bereich in die Kanzlei ein. Er vertritt sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in den vorgenannten Rechtsgebieten. Die Kanzlei Kaiser & Kollegen Rechtsanwälte als ROLAND-Partnerkanzlei bietet ihren Mandanten kompetenten Rechtsbeistand in einer Vielzahl an weiteren Rechtsgebieten. Maßgeblich zu nennen sind hier neben dem  Strafrecht und dem Arbeitsrecht, das Erbrecht sowie das Arzthaftungsrecht.

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