Anne

Frühjahrsputz: Rechtstipps fürs Großreinemachen

 

 

Ich geb’s zu: Ich gehöre auch zu den Leuten, denen es in den Fingern juckt, wenn zum Frühlingsanfang die ersten Sonnenstrahlen durch schmutzige Scheiben scheinen. Da beginnt bei mir der jährliche Großputz nach dem Winter. Dann wird auch mal hinter der Couch gründlich sauber gemacht, Krempel ausgemistet oder der Wand eine neue Farbe verpasst. Aber auch bei so banalen Dingen wie dem Frühjahrsputz gibt es rechtliche Dinge zu beachten. Was das ist, erkläre ich dir zusammen mit Rechtsexperte Kai Solmecke.

Gemeinschaftsflächen in Mehrfamilienhäusern: Putzpflicht beachten!

Für gemeinschaftlich genutzte Teile des Hauses gilt: Ohne ausdrückliche Vereinbarung in Mietvertrag oder Hausordnung ist der Mieter nicht verpflichtet, Gemeinschaftsflächen wie Eingang, Hausflur oder Keller- und Dachbodenzuwege zu reinigen. Existieren hingegen entsprechende Regelungen, musst du maximal einmal pro Woche das Treppenhaus putzen. „Beim Keller oder Dachboden darf der Vermieter die Mieter verpflichten, die Räume zu reinigen. Wie oft und wann geputzt werden muss, ist rechtlich jedoch nicht geregelt“, so Rechtsanwalt Kai Solmecke. Generell gilt: Musst du laut Vertrag oder Hausordnung nicht putzen, darf der Vermieter anfallende Reinigungskosten auf dich und die anderen Mieter umlegen.

Mietwohnung: Putzen – aber richtig!

Die Mietwohnung und zugehöriges Inventar musst du mit der gleichen Sorgfalt behandeln wie deinen eigenen Besitz. „Hat der Mieter fahrlässig agiert und beispielsweise mit aggressiven Scheuermitteln oder durch falsche Parkettpflege Schäden am Eigentum des Vermieters verursacht, muss er Schadenersatz leisten – gegebenenfalls mithilfe seiner Haftpflicht-Versicherung. Wichtig: Im Schadenfall sollte der Mieter unmittelbar den Eigentümer benachrichtigen, um spätere Schuldzuweisungen zu vermeiden“, rät Kai Solmecke.

Tapetenwechsel: Freie Wahl bei Tapeten und Wandfarbe

Wenn man schon mal dabei ist und im Frühjahr den Großputz startet, kann man eigentlich auch direkt renovieren. Um den Winter gänzlich zu vertreiben, bieten sich frische Wandfarben an. Aber darf ein Mieter seine Wohnung in jeder Farbe streichen? Und müssen beim Auszug alle Wände weiß gestrichen werden? Die gute Nachricht: Solange du das Wohnobjekt angemessen pflegst, kannst du dich bei der Wahl von Tapeten und Farben nach Belieben austoben. Vorschriften im Mietvertrag, die dir bestimmte Wandfarben untersagen, sind unwirksam. Denn sie schränken dich in der Gestaltung deiner Lebensbereiche ein. Zum Mietende musst du die Wohnung zwar in gedeckten, hellen Farbtönen übergeben, aber nicht zwingend in Weiß. Der Rechtsexperte erklärt: „Für Heizkörper, Türen und Fenster gelten besondere Regeln. Sie sind mit materialgeeigneten Farben zu streichen. Echtholzfenster und -türen dürfen nicht mit Farben überstrichen werden.“

Frühjahrsputz: Ruhezeiten einhalten!

Wer kennt das nicht: Einmal angefangen, scheint der Frühjahrsputz kein Ende zu nehmen – manchmal zum Leidwesen der Nachbarn. Auch wenn dich die Putzwut gepackt hat, musst du beim Staubsaugen, Möbelrücken und Entrümpeln Rücksicht auf deine Nachbarn nehmen. „Gibt es im Mietvertrag Regeln zu Ruhezeiten in der Nacht und am Sonntag, sind sie einzuhalten. Angekündigt werden müssen diese Arbeiten aber nicht“, so Rechtsanwalt Solmecke. Mehr zum Thema Ruhestörung findest du in diesem Blogbeitrag.

Sperrmüll: rechtzeitig zur Abholung rausstellen

Wenn du beim großen Entrümpeln alte Möbelstücke ausrangieren willst, musst du die von Städten und Kommunen vorgegebenen Sperrmülltermine einhalten. Beim Rausstellen ist darauf zu achten, dass der Gehweg frei bleibt. Wer den Sperrmüll zu spät an die Straße stellt, kann nicht damit rechnen, dass sein Trödel kostenlos abgeholt wird. Laut Kai Solmecke bist du in diesem Fall weiter für den Sperrmüll verantwortlich: „Verletzt sich jemand an den abgestellten Gegenständen, haftet die Person, die sie rausgestellt hat. Daher beseitigt man nicht abgeholte Gegenstände am besten schnellstmöglich.“

Schrank ausmisten: Ungenutztes richtig spenden oder verkaufen

Den Schrank aufräumen gehört bei mir zum Frühjahrsputz dazu. Alles, was ich ein Jahr lang nicht getragen habe, wird ausgemistet. Gerne gebe ich meine Klamotten dann in einen Altkleidercontainer. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: „Hinter vielen Altkleidercontainern stecken kommerzielle Anbieter, die die Kleidung dann weiterverkaufen oder -verarbeiten”, so Kai Solmecke. Wer etwas Gutes tun möchte, schaut sich den Container lieber genauer an. Meist steht drauf, wofür die gespendeten Sachen verwendet werden. Bei Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz oder den Maltesern seid ihr aber immer richtig.

Manchmal lohnt es sich auch, die Kleidungsstücke noch weiterzuverkaufen. Die Palette der Möglichkeiten reicht hier vom Flohmarkt bis zu Online-Plattformen wie eBay oder Kleiderkreisel. „Wer seine Sachen im Internet verkauft, sollte bei der Produktbeschreibung darauf achten, die Wahrheit zu schreiben und Mängel nicht zu verschweigen.“ Lies hier mehr zum Verkauf auf eBay & Co.

Grünbelag: Einfach mit Essig entfernen?

Nach dem Haushalt geht der Frühjahrsputz meist im Garten weiter. Ich freue mich, wenn im Frühling draußen alles wieder grün wird – nur auf den Gartenwegen oder auf Blumenkübeln stört mich das Grün. Diese Flechten oder Algen werden umgangssprachlich meist Grünbelag oder Grünspan genannt. Viele benutzen Chemiekeulen oder Essig, um das ungeliebte Grün zu entfernen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Zum einen kann die aggressive Säure die Oberfläche von Natursteinen oder Steinplatten beschädigen. „Viele Bundesländer verbieten die großflächige Anwendung von Essig, Essigessenz oder Zitronensäure auf versiegelten Flächen gesetzlich. Der Grund: Essig gilt als gewässerschädigend“, weiß Kai Solmecke. Nutz Essig also besser nur, um deine Gartenmöbel oder Blumenkübel vom Grünbelag zu reinigen – aber vorher besser an einer unauffälligen Stelle testen. Für die großen Flächen nimm‘ lieber den Hochdruckreiniger oder (Wasch-)Soda. Das ist auch besser für die Umwelt.

 

Oder welche Haushalts-Tipps und Hausmittel kennst du? Womit bekommst du das Haus bzw. die Wohnung, das Bad und den Garten sauber? Ich freue mich über Tipps in unseren Kommentaren.

Dann allen ein fröhliches Putzen!

Teile diesen Beitrag


0 Bewertungen / Durchschnitt: 0 von 5 Sternen

Die Rechtschützer

Dein Team für alle Rechtsfragen im Alltag

Anne

Anne

Sie liebt Schokolade und ihre Heimatstadt Kevelaer am Niederrhein – was sie gerne auch kundtut. Zu ihrem Glück fehlt ihr eigentlich nur eine Horde Heinzelmännchen, die für sie den Haushalt schmeißen. Damit sie sich auf das konzentrieren kann, was wirklich Freude macht.

Blogbeiträge von Anne

Unser Partneranwalt

Das kompetente Fachanwälte-Netzwerk

Kai Solmecke

Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

Bisherige Kommentare (0)