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Mieterhöhung: Das ist erlaubt

Die Mieterhöhung ist ein beliebtes Streitthema zwischen Mieter und Vermieter. Zwar darf der Vermieter die Miete regelmäßig unter bestimmten Voraussetzungen erhöhen, dennoch lohnt es sich oftmals für den Mieter genauer hinzusehen. Wir geben dir zusammen mit unserem Partneranwalt Tipps, worauf du bei der nächsten Mieterhöhung achten solltest.

Formen der Mieterhöhung: Vergleichsmiete versus Indexmiete versus Staffelmiete

Grundsätzlich existieren im deutschen Recht unterschiedliche Verfahren, mit denen eine Mieterhöhung vertraglich festgelegt werden darf. Die Unterschiede bestehen hauptsächlich in der Bemessungsgrundlage, an der sich eine Mieterhöhung orientiert. „Wurde einmal eine Form vertraglich festgelegt, so muss sich der Vermieter grundsätzlich daran halten“,  weiß Rechtsanwalt Kai Solmecke.

Schauen wir uns mal die verschiedenen Formen an:

Die Indexmiete

Die Besonderheit bei der Indexmiete ist, dass sie variabel ist. So wird nur die Startmiete vertraglich festgehalten, anschließend bestimmt die generelle Preisentwicklung über mögliche Erhöhungen.  „Wichtig bei der Indexmiete ist, dass sich diese regelmäßig am ermittelten Preisindex für die Lebenserhaltung aller privaten Haushalte in Deutschland orientiert. Der Preisindex wird einmal im Jahr vom Statistischen Bundesamt herausgegeben. Wird einmal eine Indexmiete vertraglich festgelegt, darf die Miete auch nur nach dieser Methode erhöht werden“, erklärt Rechtsanwalt Kai Solmecke.  Zusätzlich ist es zwingend notwendig, dass der Vermieter die Mieterhöhung schriftlich anzeigt. Darüber hinaus muss er die Berechnung der neuen Miethöhe offen legen.

Vorteile: 

  • Entwickelt sich der Preisindex langsamer als der ortsübliche Mietspiegel, profitierst du ggf. von einer langsam ansteigenden Miete.
  • Es wird klar geregelt, wann und wie hoch die Miete steigt. Die Mieterhöhung ist klar nachvollziehbar.
  • Der Mieter kann sich trotz der Vereinbarung einer Indexmiete auf die Mietpreisbremse berufen, wenn diese in seinem Wohnort greift.

Nachteile:

  • Du kannst als Mieter nicht widersprechen, wenn die Indexmiete steigt. Die neue Miete musst du dann ab dem übernächsten Monat zahlen, nach dem dir die Ankündigung schriftlich vom Vermieter zugegangen ist.
  • Es ist keine Begründung des Vermieters notwendig, warum er die Miete erhöht.
  • Entwicklung des Preisindex ist ungewiss. In ihm werden auch Energiepreise eingerechnet, die ansteigen können.

Die Vergleichsmiete

 Bei der Vergleichsmiete wird die Miete so angeglichen, dass sie mit vergleichbaren ortsüblichen Mieten übereinstimmt. Hierbei ist allerdings die Kappungsgrenze zu  beachten. Das bedeutet, dass der Vermieter die Miete innerhalb von drei aufeinander folgenden Jahren nicht um mehr als 20 Prozent erhöhen darf. Handelt es sich um Regionen, in denen Wohnraumknappheit herrscht, so kann als Grenze 15 Prozent gelten. „Als Richtwert für die Vergleichsmiete werden Mieten hinzugezogen, die für vergleichbaren Wohnraum in den letzten vier Jahren gezahlt wurden. Soll sich die Mieterhöhung nach der Vergleichsmiete orientieren, so muss sich der Vermieter auf einen einfachen oder qualifizierten Mietspiegel berufen. Alternativ dazu kann er mindestens drei verschiedene Wohnungen im Ort benennen“, so Kai Solmecke.

Solltest du als Mieter ein Mieterhöhungsverlangen deines Vermieters schriftlich bekommen und sind die Formalien eingehalten, so hast du zwei Monate Zeit, der Erhöhung zuzustimmen. Verstreicht diese Bedenkzeit, ohne dass du auf das Schreiben reagierst, so muss der Vermieter klagen. „Grundsätzlich kann die Zustimmung formlos erfolgen“, weiß Kai Solmecke. Das heißt, wenn du nach zwei Monaten die neue Miete zahlst, gilt dies als Zustimmung.

Vorteile:

  • Relativ lange Phasen zwischen den einzelnen Erhöhungen im Vergleich zu anderen Mieterhöhungsformen.
  • Mieterhöhung muss begründet werden.

Nachteile:

  • Die Mieterhöhung ist nicht bekannt. Somit beinhaltet diese Form relativ viel Streitpotenzial.

Die Staffelmiete

Bei der Staffelmiete wird die vereinbarte Miethöhe stufenweise angepasst. „Eine Vereinbarung zur Staffelmiete ist nur dann gültig, wenn die künftigen Mieten konkret beziffert und die entsprechenden Zeitpunkte dokumentiert sind, zu wann die neue Miete zu entrichten ist“, sagt der Anwalt.

Aufpassen solltest du bei prozentualen Angaben. Es ist nicht zulässig, im Mietvertrag eine prozentuale Steigerung zu vereinbaren. Ein Nachteil für den Mieter ist es, dass der Vermieter bereits nach 12 Monaten die erste Mieterhöhung verlangen darf. Zudem kann sich der Mieter nicht darauf berufen, dass die angehobene Miete über der ortsüblichen Miete liegt.

Vorteile:

  • Miete darf ein Jahr lang nicht verändert werden.
  • Erhöhung kann ggf. geringer sein, als bei anderen Mieterhöhungsformen.
  • Die Staffelmiete beinhaltet wenig Streitpotenzial, da sie nicht genehmigungspflichtig ist

Nachteile:

  • Keine Begründung der Miete notwendig. Die Indexmiete wird vertraglich festgelegt.

Hat sich dein Vermieter einmal für eine Form der Mieterhöhung entschieden, so muss er sich dauerhaft daran halten.

Außerordentliche Mieterhöhungen

Neben den regulären Mieterhöhungen kann die Miete auch außerordentlich erhöht werden. „Bei bestimmten Modernisierungsmaßnahmen ist der Vermieter dazu berechtigt, die Miete anzupassen“,  weiß Rechtsanwalt Kai Solmecke.

Wenn du eine ältere Wohnung angemietet hast, dann kann es durchaus sein, dass der Vermieter diese auf den neuesten Stand bringen möchte. Gerade wenn es um die Verbesserung von Isolierungen geht oder energetisch bessere Fenster mit Dreifachverglasung verbaut werden sollen, ist eine Mieterhöhung realistisch. Auch sind Modernisierungen grundsätzlich dazu geeignet, die Miete im Nachhinein zu erhöhen. Wichtig dabei ist, ob sich durch die Modernisierung eine Verbesserung für den Mieter einstellt.

Achtung: Wurde der Vermieter zum Beispiel dazu angehalten, bestimmte bauliche Maßnahmen durchzuführen und hat dafür Fördergelder bekommen, so müssen die Fördergelder von der Mieterhöhung abgezogen werden.

Folgendes Beispiel für eine zulässige Mieterhöhung: Du wohnst in einer Wohnung ohne Rolläden. Nun kündigt dein Vermieter an, das Haus komplett mit elektrischen Rolläden auszustatten. Da dies für die Mieter eine Verbesserung darstellt, kann der Vermieter die Miete anpassen.

Wenn dein Vermieter allerdings ankündigt, defekte Leitungen auszutauschen oder Schimmel in der Wohnung zu entfernen, stellt er den vertraglich vereinbarten Zustand wieder her. An dieser Stelle ist eine Mieterhöhung wegen Sanierung ausgeschlossen.

Schriftliche Ankündigung der Mieterhöhung: Das darf nicht fehlen!

Ist ein Vermieter dazu verpflichtet, die Mieterhöhung anzukündigen, so muss dies in jedem Fall schriftlich erfolgen. Ferner müssen in dem Schreiben folgende Punkte enthalten sein, damit die Ankündigung zur Mieterhöhung rechtswirksam ist:

  • Eine Begründung warum die Miete erhöht wird (bspw. bei Modernisierung oder Vergleichsmiete)
  • Zu wann die neue Miete zu zahlen ist
  • Eine Frist, bis wann die Miete erhöht wird
  • Bei einer Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete muss ein Hinweis zur Zustimmung seitens des Mieters enthalten sein.
  • Wirs wegen einer Modernisierung erhöht, so muss ein Verweis auf §555d BGB erfolgen der regelt, wann ein Mieter die Modernisierungsarbeiten dulden muss.

Was passiert, wenn du der Mieterhöhung widersprichst?

Wenn du glaubst, dass die Mieterhöhung nicht gerechtfertigt ist, kannst du der Erhöhung widersprechen. Doch wie geht es dann weiter?

„Falls der Mieter einer Mieterhöhung widerspricht, kann der Vermieter die Mieterhöhung gerichtlich durchsetzen und klagen. Im Klageverfahren hat der Mieter dann die Beweispflicht, warum die Mieterhöhung ungerechtfertigt ist “, erklärt Rechtsanwalt Kai Solmecke. Der Vermieter hat grundsätzlich drei Monate Zeit, die Mieterhöhung einzuklagen. Lässt er diesen Zeitraum verstreichen, so ist eine Klage nach dieser Frist wirkungslos. Er muss dann auf den nächsten Zeitpunkt warten, wo er eine Mieterhöhung durchführen darf. Innerhalb der drei Monate besteht noch die Möglichkeit, eine außergerichtliche Einigung zu finden.

So setzen sich die Fristen zusammen:

Kommt es zu einer sogenannten Zustimmungsklage seitens des Vermieters, so muss das Gericht feststellen, ob die Mieterhöhung berechtigt ist.  Ist das der Fall, wird das Gericht den Mieter auf Zustimmung verklagen. Das bedeutet, dass der Mieter der Mieterhöhung gegenüber dem Vermieter zustimmen muss. Die Zustimmungsklage  berücksichtigt nicht, dass der Mieter auch tatsächlich zahlt. 

Fazit zum Thema Mieterhöhung:

Generell sollten dein Vermieter und du dafür sorgen, dass ihr beide absolute Rechtssicherheit und klare Verhältnisse in Sachen Mieterhöhungen schafft. Solltet ihr einen Vermieter haben, der wegen jeder „Kleinigkeit“ versucht eine Mieterhöhung anzumelden, so solltet ihr euch entsprechenden rechtlichen Beistand suchen. Er kann euch auch zu den verschiedenen Mieterhöhungsformen beraten.

[Gesamt:501    Durchschnitt: 2.7/5]
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Sebastian

Autofahren ist manchmal ziemlich nervig. Entweder man steht im Stau, ist gestressten Verkehrsteilnehmern ausgesetzt oder man ärgert sich über den Spritpreis. Wenn ich ein Gesetz erlassen könnte, würde ich das Rauchen in Autos verbieten, in denen Kinder sitzen.

19 Kommentare

  • Hallo,

    meine Vermieter bitte uns gemäß § 558 BGB zu zustimmen. Der Vermieter begründet die Erhöhung wie folgt

    Miete pro QM jetzt 8,83 €

    Erhöhung auf QM 9,00 € zzgl. eine Stadtteilzuschlag von 5% zzgl. Türsprechanlage 0,05 €

    Ergibt 9,50 €.

    Die Frage ist, was ist eine Stadtteilzuschlag, und ist die überhaupt wenn es das gibt Pauschal zu berechnen?

    Vielen Dank für die Antwort

    • Hallo Gerard,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Leider dürfen wir keine Rechtsberatung durchführen. Jedoch schildere ich dir gerne meine eigene Meinung dazu.

      Ich persönlich habe von einem “Stadtteilzuschlag” noch nie was gehört. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, was das sein soll. Die Türsprechanlage klingt für mich in Ordnung, da es sich meiner Meinung nach um eine Verbesserung der Mietsache handelt, wenn sie vorher nicht vorhanden war.

      An Deiner Stelle würde ich die Forderung einem versierten Fachanwalt vorlegen und hier eine rechtssichere Meinung einholen. Da würde ich die Mieterhöhung formal prüfen und die Frage klären lassen, ob diese rechtens ist.

      Viele Grüße

      Sebastian

  • Frage: ich habe als Vermieter ab 2012 die Miete nicht erhöht.
    Es handelt sich um einen Neubau 6 Fam Hs.
    Im Umfeld werden erheblich höhere Mieten als 6,50 erhoben.
    Teils sind die Mieter aber im letzten / oder sogar diesem Jahr eingezogen.
    Wie sieht es da mit den Erhöhungen aus?
    Es handelt sich bei der Wohnung um ein sehr gepflegtes Haus im
    gehobenem Umfeld.

    • Hallo Marlies,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Beachte bitte, dass wir keine Rechtsberatung durchführen können und dürfen. Daher antworte ich Dir gerne mit meiner eigenen Meinung zu deinem beschriebenen Sachverhalt.

      Also zunächst mal solltest Du in die Mietverträge schauen, was Du mit deinen Mietern vereinbart hast. Eine außerordentliche Mieterhöhung wegen Modernisierung scheint hier erstmal ausgeschlossen zu sein, da es sich ja um ein Neubau handelt. Das was Du schilderst geht in die Richtung der Vergleichsmiete. Also du darfst die Miete dann entsprechend so erhöhen, dass sie ortsüblich ist.

      Bei der Vergleichsmiete wird die Miete so angeglichen, dass sie mit vergleichbaren ortsüblichen Mieten übereinstimmt. Hierbei ist allerdings die Kappungsgrenze zu beachten. Das bedeutet, dass der Vermieter die Miete innerhalb von drei aufeinander folgenden Jahren nicht um mehr als 20 Prozent erhöhen darf. Handelt es sich um Regionen, in denen Wohnraumknappheit herrscht, so kann als Grenze 15 Prozent gelten. „Als Richtwert für die Vergleichsmiete werden Mieten hinzugezogen, die für vergleichbaren Wohnraum in den letzten vier Jahren gezahlt wurden. Soll sich die Mieterhöhung nach der Vergleichsmiete orientieren, so muss sich der Vermieter auf einen einfachen oder qualifizierten Mietspiegel berufen. Alternativ dazu kann er mindestens drei verschiedene Wohnungen im Ort benennen“, so Kai Solmecke.

      Am besten schaust du einfach mal in die Mietverträge, was dort vereinbart wurde. Für einen rechtsverbindlichen Rat solltest du dich im Zweifel von einem Fachanwalt für Mietrecht beraten lassen, damit du an dieser Stelle keine Fehler machst.

      Viele Grüße

      Sebastian

  • Ich habe im Jahr 17 492 Euro Miete bezahlt.
    Jetzt 2018 hab ich die Betriebskosten Abrechnung erhalten für 2017.
    Bekomme 498 Euro wieder und muss aber
    511 Euro neue Miete bezahlen,wegen erhöhter
    Betriebskosten !
    Hä wieso das ?

    • Hi “Ich”,

      vielen Dank für deinen Kommentar, den ich gerne beantworte. Beachte bitte, dass wir keine Rechtsberatung durchführen können und dürfen.

      Grundsätzlich bei Zweifeln von Betriebsabrechnungen rate ich immer fachanwaltliche Hilfe einzuholen. Hast du eine Mietrechtsschutzversicherung? Der Vermieter darf nur aus den im Artikel genannten Gründen die Miete erhöhen. Eine Mieterhöhung darf aus meiner Sicht nicht so erfolgen, wie du sie beschrieben hast. Ist für mich auch total unlogisch. Was ist denn, wenn du im kommenden Jahr weniger verbrauchst, weil du sparsamer bist? Miete und Nebenkosten sind meiner Meinung nach zwei unterschiedliche Dinge. Ich würde raten, dass Du dir zeitnah einen rechtlichen Rat einholst, bevor du mehr zahlst und dem zustimmst.

      Viele Grüße

      Sebastian

  • ja, was wenn der Vermieter sich auf die Vergleichsmiete im Mietspiegel beruft und sich rausstellt, das die derzeitige Miete schon mehr als 20 % über dem Mietspiegel liegt, weil Ausstattung und Lage nicht berücksichtigt wurde?
    Laut Mietspiegel 2017 gerechtfertigte Miete 5,63 Euro p. m², derzeit verlangte Miete, 7,09 Euro p.m², Mieterhöhungsverlangen auf 7.59 Euro p.m²…

    Unterwert 5,17 Mittelwert 7,48 Oberwert 8,80

    • Hi Mamo,

      bei fraglichen Mietforderungen würde ich an deiner Stelle umgehend einen Fachanwalt für Mietrecht aufsuchen. In dem Artikel steht nur, wie die Miete gemäß Gesetz erhöht werden darf. Die Prüfung der korrekten Durchführung obliegt dir leider selbst. Daher bitte rechtlichen Rat einholen, ob die Mieterhöhung so korrekt ist und weitere Schritte entsprechend einleiten.

      Viele Grüße

      Sebastian

  • Hallo Sebastian,

    am Beispiel einer Mietpreiserhöhung nach Vergleichsmiete musste ich mal wieder feststellen, wie kompliziert die deutsche Rechtsprechung doch sein kann…

    In unserem Fall entscheidet ein einziger Punkt darüber in welches Viertel unsere Wohnung einzuordnen ist und ob eine Mieterhöhung somit in Frage kommt oder nicht.

    So ist im Erfassungsbogen angekreuzt, dass wir in der Küche “Keramikfliesen oder gleichwertigen Bodenbelag” haben, tatsächlich verlegt ist allerdings Laminat. Wir sind der Meinung, dass Laminat nicht gleichwertig mit Keramikfliesen sein kann, der Vermieter sieht das aber anders.

    Leider ist eine Onlinesuche hier nicht hilfreich, da die Aussagen zu dem Thema stark widersprüchlich sind:

    “Bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete für eine Mieterhöhung ist Laminat nicht als hochwertiger Bodenbelag einzustufen. Laminat ist insoweit nicht vergleichbar mit Parkett.”

    und

    “Laminat gilt als hochwertig. Eine Mieterhöhung mit Hinweis auf den entsprechenden Bodenbelag ist daher rechtens […] Im Einzelfall komme es nicht auf die Qualität des tatsächlich verlegten Bodens an, entschieden die Richter”

    Beide Artikel sind in etwa gleich aktuell (2011) und es erschließt sich für mich nicht, was davon nun stimmt.

    • Hi David,

      erstmal vielen Dank für dein Kommentar! Bitte beachte, dass wir hier auf unserem Blog keine Rechtsberatung durchführen können und dürfen. Daher schildere ich dir dazu meine eigene persönliche Meinung:

      Bei deinen Zitaten geht es für mich um die Frage, was als “hochwertiger Bodenbelag” gilt. Da scheint die Rechtssprechung ja unterschiedlicher Auffassung zu sein, wenn ich das aus deinen Zitaten richtig entnehme. Allerdings frage ich mich, ob in deinem konkreten Fall denn überhaupt geklärt werden muss, ob etwas hochwertig ist oder nicht. Du schreibst ja selbst, dass im Erfassungsbogen schon eine konkrete Bodenbeschaffenheit definiert ist. Nämlich “Keramikfliesen oder gleichwertig” und nicht – wie in den Zitaten – um einen allgemeinen dehnbaren Begriff wie “hochwertig”. Daher bin ich der Meinung, dass die Zitate nicht wirklich auf deine individuelle Situation passen. Ich bin kein Experte in Sachen Baustoffen, allerdings finde ich, dass die Zitate nicht klären, ob Laminat gleichwertig zu Keramikfliesen ist, wenn diese denn schon konkret benannt werden. Anders gesagt: Wenn im Erfassungsbogen stehen würde “Ein hochwertiger Bodenbelag” dann würde meines Erachtens das zweite Zitat durchaus passen. Denn da wurde ja entschieden, dass Laminat hochwertig ist. Aber es geht ja konkret um einen Bodenbelag, der offenbar nicht verbaut wurde. Ergo liegt hier für mich eine Differenz zwischen etwas vereinbarten und dem tatsächlichen Status Quo vor. Ich hoffe du verstehst, was ich meine.

      Ferner hoffe ich, dass ich dir mit meinem Input einen Denkanstoß geben konnte, den du am Besten mal mit einem Fachanwalt für Mietrecht besprichst. Er kann dir rechtssicher sagen, wie du weiter verfahren kannst. Sofern du eine Mietrechtsschutzversicherung hast, dann könntest du bei deinem Rechtsschutzversicherer nachfragen, ob eine Erstberatung dort abgedeckt ist.

      Ich würde mich freuen, wenn du uns auf dem Laufenden hälst.

      Viele Grüße

      Sebastian

  • Ich wohne seid 14 Jahren in meiner Wohnung, hatte noch nie eine Mieterhöhung, jetzt soll ich gleich, fast 30 Prozent, Mieterhöhung bezahlen. Ich habe bis dato keine weiteren Ansprüche gestellt, obwohl sie notwendig sind und währen,weil ich meine Ruhe haben wollte, kein Stress und keinen Streit,kann ich gleichzeitig die Ansprüche geltend machen mit der Mieterhöhung.

    • Hi Christel,

      vielen Dank für Dein Kommentar und entschuldige bitte, dass es nun ein wenig gedauert hat. Ich hoffe Du hattest tolle Ostertage? Beachte bitte, dass wir keine Rechtsberatung leisten dürfen. Daher schreibe ich Dir meine persönliche Meinung zu dem Sachverhalt. Aus meiner Sicht, sind das zwei verschiedene paar Schuhe die Du ansprichst. Wenn Du glaubst, dass du Mängel in der Wohnung hast, dann liegt es an dir, diese auch anzuzeigen. Tust du das nicht, freut sich der Vermieter. Wie Du mit der Mieterhöhung verfahren kannst, so hilft dir der Artikel weiter. Bei jeglichen Zweifeln, ob die Mieterhöhung rechtens und formal korrekt ist, so würde ich einen Fachanwalt für Mietrecht an Bord holen. Auch wenn Du die Mängel anzeigst, so solltest Du Dich an einen Anwalt wenden, der Dich da rechtssicher begleitet. Würde ich eine Mieterhöhung bekommen, so würde ich auch d
      Ich wünsche dir viel Erfolg!

      Gruß,
      Sebastian

  • Ich habe mal eine frage meine Vermieter will die Miete erhöhen! Die Fenster sind nicht dicht und das Dach ist gedemt. Hintern Badezimmer ist eine Abstellraum ist auch nicht dicht kommt im viel Kalt rein. Und bei meine Mama in der wohnung schimmelt es. Darf der Vermieter dann die Miete erhöhen?

    • Hallo Julia,
      da wir als RECHTschützer keine Rechtsberatung geben dürfen, möchte ich in diesem Fall aus unserem Artikel zitieren:

      Wenn du glaubst, dass die Mieterhöhung nicht gerechtfertigt ist, kannst du der Erhöhung widersprechen. (und dazu nennst du ja viele Beispiele)

      Doch wie geht es dann weiter?
      „Falls der Mieter einer Mieterhöhung widerspricht, kann der Vermieter die Mieterhöhung gerichtlich durchsetzen und klagen. Im Klageverfahren hat der Mieter dann die Beweispflicht, warum die Mieterhöhung ungerechtfertigt ist “, erklärt Rechtsanwalt Kai Solmecke. Der Vermieter hat grundsätzlich drei Monate Zeit, die Mieterhöhung einzuklagen. Lässt er diesen Zeitraum verstreichen, so ist eine Klage nach dieser Frist wirkungslos. Er muss dann auf den nächsten Zeitpunkt warten, wo er eine Mieterhöhung durchführen darf. Innerhalb der drei Monate besteht noch die Möglichkeit, eine außergerichtliche Einigung zu finden.
      Viel Erfolg, Anne!

  • Mängel wurden noch nie oder seit Jahren nicht behoben; ist das ein Grund einer Mietanpassung zu widersprechen?

    Ein Beispiel: Vom Balkon konnte noch nie das Regenwasser abfließen. Für die Nutzung gilt es also abzuwarten bis er weider getrocknet ist.

    Oder ist das ein Grund für eine Mietminderung?

    • Hallo hkp,
      leider dürfen wir – von den RECHTschützern – dir keine Rechtsberatung geben. Wann eine Mieterhöhung gerechtfertigt ist, liest du in unserem Blog-Artikel. Ob dein Problem mit dem Balkon ein Grund für eine Mietminderung darstellt, solltest du mal bei einem Gespräch mit einem Anwalt klären. Viele Grüße von den RECHTschützern!

Wer hat’s geschrieben?

Sebastian

Autofahren ist manchmal ziemlich nervig. Entweder man steht im Stau, ist gestressten Verkehrsteilnehmern ausgesetzt oder man ärgert sich über den Spritpreis. Wenn ich ein Gesetz erlassen könnte, würde ich das Rauchen in Autos verbieten, in denen Kinder sitzen.

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Kai Solmecke

Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.