Nadine

Mietkaution: Was sagt das Gesetz?

Wer vor nicht allzu langer Zeit einen Mietvertrag unterschrieben hat und in eine neue Wohnung gezogen ist, weiß wie teuer ein Umzug sein kann. Neben der Miete, den Umzugs- und Renovierungskosten muss man meistens noch eine hohe Kaution an den Vermieter zahlen. Das Geld bekommt man zwar in der Regel nach dem Auszug wieder. Doch rund um die Mietkaution kommt es immer wieder zum Streit zwischen Mieter und Vermieter, denn das Thema wirft viele rechtliche Fragen auf: In welcher Höhe darf die Mietkaution laut Mietrecht überhaupt maximal verlangt werden? In welchen Fällen darf der Vermieter die Kaution einbehalten? Und wie lange darf er die Zahlung nach dem Auszug zurückhalten? Ich habe mich bei Rechtsanwalt Kai Solmecke über das Thema Mietkaution erkundigt. Als Fachanwalt kennt er sich bestens rund um Mietrecht aus.

Höhe: Wie hoch darf die Mietkaution maximal sein?

Natürlich ist die Mietkaution eine Art Sicherheit für den Vermieter. Zahlt ein Mieter die vereinbarte Miete nicht oder ist die Wohnung nach dem Auszug beschädigt, kann er die Kaution vom Mieter dafür einbehalten. Aber gibt es eine Maximalgrenze, wie hoch die Kaution sein darf? Oder kann jeder Vermieter die Höhe selbst entscheiden? Rechtsanwalt Kai Solmecke gibt darauf eine ganz klare Antwort: „Laut Mietrecht darf die Mietkaution drei Monatsmieten – ohne Vorauszahlung für Nebenkosten – nicht übersteigen!“ Verlangt ein Vermieter mehr als drei Monatsmieten, muss man das also auf keinen Fall hinnehmen und kann die Zahlung in dieser Höhe verweigern!

Frist: Bis wann muss der Vermieter die Mietkaution zurückzahlen?

Die neue Wohnung ist schon gefunden, der Mietvertrag unterschrieben, der Umzug geplant und der Termin für die Wohnungsabnahme steht auch schon. Jetzt fehlt nur noch die Kaution vom Vermieter. Schließlich will der neue Vermieter ja auch wiederum seine Sicherheit. Aber bekommst du als Mieter die Kaution sofort nach dem Auszug wieder? Wie sehen deine Recht aus? Was viele nicht wissen: „Der Mieter kann die Kaution sofort nach der Wohnungsrückgabe zurückverlangen.“ Häufig halten Vermieter jedoch die Zahlung noch zurück – wegen angeblicher Schäden oder ausstehender Kostenabrechnungen. Rechtsanwalt Kai Solmecke sagt dazu: „Nach Vertragsende und Rückgabe der Wohnung hat der Vermieter bis zu sechs Monate Zeit, um zu prüfen, ob noch Nachzahlungen aus der ausstehenden Nebenkostenabrechnung oder Schäden in der Wohnung abzusehen sind.“ Ist dieser Zeitraum abgelaufen, muss der Vermieter die Kaution zurückzahlen, sollte er keine Mängel festgestellt haben oder sollten keine Nebenkostennachzahlungen ausstehen. Hat die Wohnung also keine Schäden und stehen keine Nachzahlungen aus, muss der Vermieter die gesamte Mietkaution seinem ehemaligen Mieter sofort nach Rückgabe der Wohnung zurückzahlen.

Noch ein Tipp: Sind bei der Wohnungsübergabe nur du und der Vermieter vor Ort, solltest du unbedingt ein Protokoll anfertigen und vom Vermieter unterschreiben lassen. So gehst du auf Nummer sicher, dass er euch im Nachhinein keine (zusätzlichen) Mängel vorwerfen kann. Außerdem ist es dein gutes Recht.

Geld: Wo liegt meine Mietkaution beim Vermieter?

Habe ich die Kaution an meinen neuen Vermieter gezahlt, stellt sich mir schnell die Frage: Wo liegt das Geld denn jetzt? Kann der Vermieter es unter seine Matratze legen oder muss er es vielleicht auf einem eigens eingerichteten Konto anlegen? Oder kann es mir egal sein, solange ich die Kaution in voller Höhe am Ende wieder bekomme? Auch diese Fragen konnte mir Rechtsanwalt Kai Solmecke beantworten: „Der Vermieter ist verpflichtet, das Geld anzulegen, zum Beispiel auf einem Kautionskonto. Dieses Konto darf eine Kündigungsfrist von maximal drei Monaten haben.“ Und wie sieht es laut Recht aus, wenn der Vermieter in Geldnöte gerät? „Falls der Vermieter in Insolvenz geht, haben die Gläubiger keinen Anspruch auf die Kaution auf dem Kautionskonto. Dieses Geld bekommt der Mieter in jedem Fall wieder zurück.“

Übrigens: Wenn du fragst, muss dir der Vermieter Auskunft darüber geben, wo er das Geld zu welchem Zinssatz angelegt hat.

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Wichtiges zur Rauchmelderpflicht

Zwischenmiete: Das ist erlaubt

Wohnungsübergabeprotokoll: Warum ist es so wichtig? 

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Nadine

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Als Liebhaberin von Paprikachips würde Nadine gern den Konsum des suchtgefährdenden Kartoffelprodukts per Gesetz finanziell unterstützen. Dafür reicht ihr von ihren Mitmenschen dann auch ein ganz einfaches „Dankeschön!“. Und weil sie so gerne zur Arbeit fährt, würde sie sich am liebsten per Superkraft schnell zu ihren Kollegen beamen.

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Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

Bisherige Kommentare (2)

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    Ingrid Mischau

    Ich habe folgende weitergehende Frage: Ist der Vermieter verpflichtet, mir auf Wunsch einen aktuellen Kontoauszug vorzulegen? (Hintergrund: Genau so einen Kontoauszug verlangt die Behörde bei einem Antrag für Wohngeld. Weil aber der Zinsertrag von 9 Cent in keinem Verhältnis zum Aufwand für Nachtrag in einem Postsparbuch steht, möchte mein Vermieter dies nicht beschaffen). Eine Frage, die sicher viele Wohngeldbeantrager trifft

    • Nadine

      Nadine

      Hallo Ingrid, vielen Dank für deinen Kommentar und die interessante Rechtsfrage! Leider dürfen wir dir als Redakteure keine Rechtsberatung geben. Du hast allerdings die Möglichkeit, deine Frage beim “Rechtsfall des Monats” einzureichen (https://www.roland-rechtsschutz.de/blog/rechtsfall-des-monats, ganz nach unten scrollen). Mit etwas Glück wird dein Fall gezogen und von einem unserer Partneranwälte kostenfrei beantwortet. Viel Erfolg und alles Gute wünschen dir die RECHTschützer