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Homeoffice: Rechtliches rund um die Arbeit von zuhause

Die Deutschen pendeln immer weitere Strecken zu ihrem Arbeitsplatz. Wer den morgendlichen Stau vermeiden und Zeit sparen möchte, freut sich über die Möglichkeit, von zuhause arbeiten zu können. Immer mehr deutsche Unternehmen haben eine Home Office Regelung und nutzen das Angebot zur Mitarbeiter-Bindung und Kosteneinsparung. Doch welche Bedingungen müssen für die Heimarbeit erfüllt sein? Hat man als Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch darauf? ROLAND-Partneranwalt Henning Meyersrenken beantwortet die wichtigsten Fragen rund ums Homeoffice.

Was ist Home-Office?

Home office wird häufig als Sammelbegriff für die Arbeit außerhalb der Unternehmens-Räumlichkeiten verwendet. Dabei gibt es per Definition einen Unterschied zwischen der sogenannten “Telearbeit” und dem “mobilen Arbeiten”. Rechtsanwalt Meyersrenken: “Bei der Telearbeit richtet der Arbeitgeber im Haus oder der Wohnung des Mitarbeiters einen festen Bildschirmarbeitsplatz ein. Beim mobilen Arbeiten nutzt der Mitarbeiter hingegen Laptop, Smartphone oder Tablet und ist somit räumlich flexibel.” Daher ist das mobile Arbeiten insbesondere für Arbeitnehmer interessant, die viel unterwegs sind und zum Beispiel auch im Zug oder Flugzeug arbeiten möchten.

Habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf Home Office?

“Nein, ein grundsätzliches Recht auf Homeoffice haben Sie nicht”, sagt Henning Meyersrenken. “Denn der Arbeitgeber bestimmt den Arbeitsort seiner Angestellten.” In einigen Unternehmen gibt es allerdings Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen, die die Arbeit im Homeoffice für alle Mitarbeiter regeln. Wenn du also gerne von daheim arbeiten möchtest, solltest du vorab klären, ob es derartige Regelungen gibt. Aber auch falls es keine allgemeine Richtlinie gibt, kannst du dein Glück versuchen. Am besten sprichst du offen mit deinem Chef, begründest deinen Wunsch, und schlägst ihm einen unverbindlichen Test vor. Die Voraussetzung ist natürlich, dass sich deine Tätigkeit für das Homeoffice eignet. “Die Arbeit muss ohne Weiteres durch Sie zuhause erledigt werden können”, so der Rechtsexperte.

Andersherum kommt es auch immer häufiger vor, dass Unternehmen feste Arbeitsplätze einsparen möchten und somit ihre Beschäftigten ins häusliche Arbeitszimmer ausquartieren. Aber ist das rechtens? Der Anwalt stellt klar: “Ihr Arbeitgeber darf Sie nicht zwangsweise ins Home-Office versetzen. Wenn Sie es also nicht wollen, können Sie das Home Office ablehnen – es sei denn, es wurde arbeitsvertraglich festgeschrieben. Dann könnten Sie bei einer Weigerung abgemahnt oder gekündigt werden.”

Was ist arbeitsrechtlich beim Heimarbeitsplatz zu beachten?

Genau wie im Büro muss dein Arbeitgeber auch beim Homeoffice sicherstellen, dass deine Gesundheit nicht gefährdet wird. Er muss sich also an die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) und der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) halten. Das heißt: Ein extra Raum ist wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig. Jedoch müssen die Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz sowie die Höhe und Ergonomie von Tisch und Stühlen den gesetzlichen Normen entsprechen.

Manche Firmen lassen sich von ihren Arbeitnehmern sogar schriftlich zusichern, dass sie den Heimarbeitsplatz begutachten dürfen. In einigen Fällen werden Mobiliar und andere Arbeitsmittel durch den Arbeitgeber gestellt; bei der Telearbeit richtet ein Techniker einen festen Bildschirmarbeitsplatz in der Wohnung des Mitarbeiters ein. “Ist das Homeoffice im Arbeitsvertrag festgeschrieben, muss der Arbeitgeber für die Kosten der Einrichtung aufkommen. Vereinbaren Sie es nachträglich, müssen Sie darüber verhandeln”, erklärt Henning Meyersrenken.

Neben den notwendigen Vorkehrungen zur Arbeitssicherheit musst du selbst sicherstellen, dass bei dir zuhause wichtige Geschäftsinformationen vor Dritten geschützt werden. Vertrauliche Dokumente dürfen also niemals offen herumliegen und der Bildschirm sollte immer gesperrt werden, wenn du den Schreibtisch verlässt.

Weiterhin solltest du mit deinem Chef die genauen Rahmenbedingungen deiner Arbeit von zu Hause klären. Wichtige Fragen sind zum Beispiel:

  • Wie frei kannst du deine Arbeitszeit einteilen?
  • Gibt es eine Kernarbeitszeit oder vollkommen flexible Arbeitszeiten?
  • Wann und wie musst du telefonisch erreichbar sein?
  • Wie ist die Pausen-Regelung?
  • Wie viel Prozent deiner Arbeitszeit darfst du daheim arbeiten?
  • Musst du Home Office-Zeiten vorab von deinem Chef genehmigen lassen oder kannst du sie spontan nehmen?

Bin ich im Homeoffice versichert?

Wer sich im Büro oder auf dem Weg dahin verletzt, ist gesetzlich unfallversichert. Aber was, wenn ich im Homeoffice einen Unfall habe? Rechtsanwalt Henning Meyersrenken erläutert: “Solange Sie sich in Ihrem Arbeitszimmer aufhalten, gilt für Sie der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Sobald Sie jedoch den Raum verlassen – zum Beispiel um sich etwas zu trinken zu holen – sind Sie nicht mehr unfallversichert.” Stürzt du also beispielsweise auf dem Weg zur Kaffeemaschine und verstauchst dir den Knöchel, haftest du selbst bzw. deine private Unfallversicherung – sofern vorhanden.

Kann ich das Homeoffice steuerlich absetzen?

Ob das Homeoffice steuerlich absetzbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Arbeitest du ausschließlich oder nur teilweise im Homeoffice? Wie viele Stunden genau?
  • Wo befindet es sich (innerhalb einer Wohnung, auf derselben Etage oder in einem anderen Geschoss)?
  • Sind die Tätigkeiten, die du im Betrieb und zuhause erledigst, qualitativ gleichwertig?
  • Würde dir alternativ auch ein Arbeitsplatz im Betrieb zur Verfügung stehen?

Grob gilt: Ist das Homeoffice dein Arbeitsmittelpunkt (weil du gar kein anderes Büro mehr hast), kannst du die Kosten für dein Arbeitszimmer – inklusive Miete, Strom und Heizung – in voller Höhe als Werbungskosten absetzen. Arbeitest du an einzelnen Tagen im Homeoffice und dir würde an diesen Tagen kein Arbeitsplatz im Betrieb zur Verfügung stehen (weil er von einem Kollegen besetzt ist), kannst du die Kosten in der Regel bis zu einer Grenze von 1.250 Euro absetzen.

Telefon- und Internetkosten können ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden. Dabei gibt es zwei Varianten:

  • Du setzt monatlich pauschal 20 Prozent der Telefon- und Internetkosten an (max. jedoch 20 Euro).
  • Du ermittelst denabziehbaren Prozentsatz durch Einzelnachweis selbst. Diese Abzugsmöglichkeit ist natürlich sehr aufwendig.

Fazit: Die Arbeit im Homeoffice bietet zahlreiche Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. Wichtige Pluspunkte sind die besseren Möglichkeiten für eine freie Zeiteinteilung und ausgewogenere Work-Life-Balance. Das ist gerade für Menschen interessant, die Beruf und Familie besser vereinbaren möchten. Sofern du deine Aufgaben auch gut am heimischen Schreibtisch erledigen kannst, sollte für deine Führungskraft und Kollegen nichts dagegen sprechen. Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Manche Homeoffice-Nutzer klagen über soziale Isolation oder arbeiten deutlich mehr und fühlen sich auch nach Feierabend noch “im Dienst”. Letztlich ist es eine Typ-Frage, ob man die Vermischung von Beruflichem und Privatem hilfreich findet oder nicht.

 

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Jede Sprache der Welt zu sprechen, wäre Majas großer Traum. Das fände sie auf Reisen ebenso praktisch wie im international besuchten Bierzelt – wohin sie leider nie ein Schulausflug geführt hat. Dafür kommt zum Glück der Spaß im Büro nicht zu kurz.

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Henning Meyersrenken

Henning Meyersrenken

Henning Meyersrenken ist Seniorpartner der Kanzlei Meyersrenken & Rheingantz. Die Kanzlei hat ihren Hauptsitz in Köln und unterhält Niederlassungen in Leipzig und Schwedt. Rechtsanwalt Henning Meyersrenken selbst ist hauptsächlich auf den Gebieten des Zivilrechts tätig. Speziell im Vertragsrecht berät und vertritt er Mandanten bundesweit unter anderen in Fragen betreffend Kaufverträge, Mietverträge, Gesellschaftsverträge, bei Vertragsstörungen jeder Art, bei der Gestaltung von Verträgen etc. Die Kanzlei Meyersrenken & Rheingantz bietet mit derzeit acht Anwälten und Fachanwälten kompetenten Rechtsbeistand in einer Vielzahl weiterer Rechtsgebiete, darunter auch in den Bereichen Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Familienrecht, Bau- und Architektenrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht.

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