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Mobbing am Arbeitsplatz – was sagt das Arbeitsrecht?

Das wöchentliche Abteilungs-Meeting steht an und der Chef verhält sich wie der König im Affenstall. Er schreit herum, beleidigt einzelne Mitarbeiter vor den anderen Kollegen oder kritisiert unverhältnismäßig. Oder: Informationen werden bewusst vorenthalten, es wird manipuliert und getäuscht.

Szenen wie diese kennen Fans der Serie Stromberg aus dem Fernsehen. Dort lachen wir über den Chef, der alle beleidigt und bloßstellt. In der Realität vergeht uns jedoch schnell das Lachen. Doch gerade im beruflichen Alltag ist Mobbing am Arbeitsplatz keine Seltenheit: Laut einer Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ifak wurde jeder Achte an seiner beruflichen Wirkungsstätte schon einmal gemobbt. Für die Betroffenen bedeutet das: Morgens aufstehen und mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit gehen. Oftmals begleitet von Bauchschmerzen oder Nervosität.

Von Bossing und Staffing – verschiedene Arten des Psychoterrors

Experten unterscheiden zwischen drei Arten von Mobbing: Die genannten Beispiele fallen unter das sogenannte bossing. Das bedeutet, dass der Vorgesetzte in diesen Fällen den aggressiven Part ausübt. Häufig verbreitet ist auch das horziontale Mobbing, also gezielte Hänseleien und Einschüchterungen unter hierarchisch gleichgestellten Kollegen. Eher selten kommt es vor, dass die Untergebenen ihren Chef mobben und zum Beispiel unwahre Behauptungen aufstellen, um ihn loszuwerden. Das nennt sich dann „staffing“.

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Doch wie verhalte ich mich bei Mobbing, wenn Kollegen mich konsequent ignorieren und bewusst ausgrenzen? „Der Arbeitgeber hat die Pflicht, seine Mitarbeiter zu schützen und zu unterstützen. Er hat die Möglichkeit, den mobbenden Mitarbeiter abzumahnen oder zu kündigen“, sagt Rechtsanwalt Kai Solmecke. „Suchen Sie das Gespräch und setzen Sie sich zur Wehr. Denn systematisches Mobbing macht krank.“

Mobbing am Arbeitsplatz durch den Chef: Was kann man selbst tun?

Zur Not hilft der Betriebsrat des Unternehmens, insbesondere dann, wenn sich die Beschwerde gegen den Arbeitgeber selbst richtet. Aber auch hier sollte der erste Schritt das persönliche Gespräch sein: „Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Vorgesetzter sich aktiv gegen Sie einsetzt und auch persönlich versucht, Sie zu degradieren oder öffentlich bloß zu stellen, dann müssen Sie das persönliche Gespräch suchen. Natürlich kann es mal sein, dass man etwas sagt, was man gar nicht so meinte und es falsch rüber gekommen ist. Gerade dann ist ein klärendes Gespräch immer von Vorteil“, empfiehlt Kai Solmecke.

Hilft das alles nichts, habe das Mobbing-Opfer gegenüber seinem Arbeitgeber und dem Mobber einen Unterlassungsanspruch sowie ein Anrecht auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Mittlerweile erkennen die Gerichte dies auch an.

Als Beweis für das Gericht: Mobbing-Tagebuch führen

Aber wie kann man Mobbing beweisen? Um vor Gericht etwaige Unterlassungsansprüche oder Ansprüche auf Schadenersatz geltend zu machen, hat Solmecke noch einen Tipp parat: „Wenn Sie gemobbt werden, haben Sie die volle Darlegungs- und Beweislast für das Mobbing und die hierdurch entstandenen psychischen bzw. physischen Folgen. Führen Sie also am besten ein Tagebuch, in dem Sie auflisten, wann, wie und durch wen Sie sich schikaniert gefühlt haben.“ Entscheidend bei Mobbing am Arbeitsplatz sei nämlich vor allem die Häufigkeit: Einmal pro Woche über einen Zeitraum von einem halben Jahr gegängelt zu werden, sei ein guter Richtwert dafür, dass es sich tatsächlich um Mobbing handelt.

Kann man sich bei Mobbing krankschreiben lassen?

„Ja, können Sie! Und das sollten Sie auch tun, wenn Sie der Meinung sind, dass Sie es psychisch nicht mehr aushalten“, betont Kai Solmecke. Schikane am Arbeitsplatz macht krank! Im Ernstfall stellen Ärzte auch eine entsprechende Krankmeldung aus. Allerdings löst das langfristig nicht das Problem, sondern verschiebt es nur nach hinten. Daher sollten Arbeitnehmer die krankgeschriebene Zeit nutzen, um das Problem an seiner Substanz anzugehen.

Jobwechsel durch Mobbing? Wenn alles nichts nützt

Als letzten Ausweg sollten Mobbing-Opfer darüber nachdenken, den Job zu wechseln. Mit der Kündigung entziehen sich die Betroffenen endgültig den Schikanen des Mobbers. Dies sollte allerdings niemand als persönliche Niederlage empfinden. Eine neue berufliche Herausforderung kann auch das Selbstbewusstsein beflügeln.

Fazit:

Das Thema Mobbing am Arbeitsplatz ist ein ernst zu nehmendes Problem. Laut Statista wurden den Betroffenen in 63 Prozent Informationen vorenthalten.  In 62 Prozent der Fälle macht der Mobber andere Kollegen schlecht. Hat man selbst das Gefühl, in irgendeiner Form gemobbt zu werden, oder beginnt die berufliche Situation sich auf die Gesundheit niederzuschlagen, ist Handeln angesagt. Sofern es keinen Betriebsrat im Unternehmen gibt, hat man dennoch Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Kai Solmecke rät abschließend: „Erkundigen Sie sich bei Ihrem Rechtsschutz-Versicherer, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen. Oftmals hilft auch ein Mediator weiter.“

Ein weiteres Phänomen unserer Zeit: Cyber-Mobbing. Was Ihr dagegen tun könnt, lest Ihr hier.

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Sie liebt Schokolade und ihre Heimatstadt Kevelaer am Niederrhein – was sie gerne auch kundtut. Zu ihrem Glück fehlt ihr eigentlich nur eine Horde Heinzelmännchen, die für sie den Haushalt schmeißen. Damit sie sich auf das konzentrieren kann, was wirklich Freude macht.

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Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

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