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Kfz-Werkstatt wird zum Krimi-Schauplatz

Wer eine Kfz-Werkstatt betreibt, ist Ärger mit Kunden naturgemäß gewöhnt. Was Johann W., Inhaber einer renommierten Reparaturwerkstatt, jedoch kürzlich erlebte, hat mit einer normalen Auseinandersetzung nichts mehr zu tun …

Als Kunde Luke B. seine neonfarbene Corvette nach der Reparatur abholen wollte, hielt er den Rechnungsbetrag für überteuert. Daher weigerte er sich, diesen zu zahlen. Der Werkstattbesitzer berief sich auf sein Unternehmerpfandrecht und verweigerte die Herausgabe des reparierten Fahrzeugs. Luke B. verließ daraufhin wutentbrannt die Werkstatt und drohte, er werde schon noch an sein Auto kommen. Johann W. reagierte ganz entspannt auf diese Ankündigung, zumal sein Werkstatthof durch hohe Zäune und ein massives Tor besonders gesichert ist.

Der vorbestrafte Freund soll’s richten

Wie sich später herausstellte, beauftragte der Corvette-Besitzer noch am selben Tag seinen einschlägig vorbestraften Freund Norbert K. damit, das Fahrzeug aus dem Werkstatthof zu entwenden. Dieser sprengte in den späten Abendstunden das Schloss des massiven Tors, wodurch ein Schaden von über 1.000 Euro entstand. Mithilfe des Zweitschlüssels gelang es ihm – trotz ausgelöster Alarmanlage –, mit der Corvette zu entkommen. Werkstattbesitzer Johann W., der über der Werkstatt wohnt, wurde durch die Explosion wach und sah noch den Einbrecher mit dem Fahrzeug flüchten. Er rief sofort die Polizei an und teilte ihr auch den Fahrzeugtyp und das Kennzeichen mit.

Die Flucht und ihr jähes Ende

Die Flucht mit der gestohlenen Corvette führte durch die halbe Stadt, nahm allerdings ein jähes Ende, als der Tank leer war. Ausgerechnet gegenüber dem Polizeipräsidium blieb Norbert K. mit dem auffälligen Fahrzeug liegen. Die Polizeibeamten, die Norbert K. zunächst noch helfen wollten, stellten aufgrund des auffälligen Verhaltens des Fahrers und nach einem Abgleich der Fahrzeugdaten schnell fest, dass es sich bei ihm um einen gerade zur Fahndung ausgeschriebenen Einbrecher handelte. Das Fahrzeug wurde sichergestellt.

Werkstattbesitzer Johann W. beauftragte einen Anwalt, um seine Schadenersatzansprüche gegen den Einbrecher geltend zu machen. Diesem blieb aufgrund der erdrückenden Beweislast im Zivilprozess nur noch die Möglichkeit, den Anspruch anzuerkennen. Die Kosten für das demolierte Werkstatttor muss er ihm nun in Raten zurückzahlen.

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Auch wenn Julia mal wieder von Dingen der Unmöglichkeit träumt, hält sie im Büro das Gleichgewicht. Grund dafür ist vermutlich ihre äußerst ausgewogene Ernährung, für die ihre Kollegen sorgen.

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