Die RECHTschützer
Wie du dich gegen Cyber-Mobbing wehren kannst.

Cybermobbing: Was kann ich tun?

Pikante Fotos, beleidigende Kommentare oder rufschädigende Behauptungen: Cybermobbing ist leider keine Seltenheit mehr. Jeder von euch hat wahrscheinlich schon einmal mitbekommen, wie jemand im Netz „fertiggemacht“ wurde. Wer so etwas schon einmal selbst erlebt hat, weiß, wie demütigend solche Attacken sein können. Ob im Vertrauen verschickte Nacktbilder an den „Freund“ oder üble Lästereien über die vermeintlich beste Freundin in sozialen Netzwerken – wenn aus Freunden Feinde werden, kennen viele ihre Grenzen nicht. Ein Grund mehr, dass ihr euch dagegen wehrt!

Mobbing im Internet: Strafbar?

Cybermobbing kann nicht nur für die Opfer verheerende Folgen haben. Von Rechtsanwalt Kai Solmecke weiß ich aber, dass auch den Tätern schwere Konsequenzen drohen. Denn Mobbing – ob im reellen oder virtuellen Leben – ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat! „Bei Beleidigungen, Verleumdungen und übler Nachrede muss der Verantwortliche mit einer Geldstrafe, wenn nicht sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen.“ Nicht nur deshalb sollte man sich zweimal überlegen, was man über den anderen im Netz schreibt. Wer Opfer von Cybermobbing wird, muss das nicht auf sich sitzen lassen – ihr könnt euch wehren! Eine Strafanzeige bei der Polizei ist dafür ein Muss.

Und noch ein Tipp vom Anwalt: „Um die Beleidigung oder Verleumdung im Internet zu beweisen, solltet ihr immer Screenshots machen – und absichern!“ Nur so bekommt der Übeltäter auch seine verdiente Strafe.

Cybermobbing: Schlimmeres verhindern

Hat man schon ein peinliches Foto von sich auf Facebook und Co. gesichtet, möchte man nur noch im Boden versinken oder sich verkriechen. Verständlich! Aber gerade bei Fotos, die sich im Netz unfreiwillig rasend schnell verbreiten, gilt: Schnell handeln! Denn Bilder, die gegen den eigenen Willen veröffentlicht werden, müssen auch wieder gelöscht werden. Was viele nicht wissen: Bilder dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet werden.

Das gleiche gilt übrigens auch für rufschädigende oder beleidigende Kommentare beziehungsweise Posts: „Betroffene können vom Betreiber der jeweiligen Plattform fordern, diese Einträge zu löschen“, betont der Rechtsexperte.

Wo fängt Cybermobbing an?

Wie du dich gegen Cyber-Mobbing wehren kannst.
Wehre dich gegen Cybermobbing. Nutze deine Möglichkeiten und gehe aktiv vor.

Natürlich kann man im Nachhinein immer sagen „Das war doch nur ein Spaß“. Aber so mancher Scherz überschreitet nun mal die Grenzen des guten Geschmacks. Da stellt sich doch schnell die Frage, wann ein Post im sozialen Netzwerk überhaupt rufschädigend und damit strafbar ist. Rechtsanwalt Kai Solmecke stellt klar: „Rufschädigendes Verhalten ist dann strafbar, wenn es sich um Verleumdung oder üble Nachrede handelt“. Üble Nachrede bedeutet, dass jemand über einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, die dessen Ruf in der öffentlichen Meinung schädigen kann, obwohl er nicht weiß, ob seine Äußerung wahr ist. Im Fall einer Verleumdung behauptet jemand eine unwahre Tatsache, die den anderen öffentlich herabwürdigt, obwohl er die Wahrheit kennt. In beiden Fällen solltet ihr den Übeltäter zur Rechenschaft ziehen und ihn anzeigen!

Ich rate allerdings dringend davon ab, euch in gleicher oder ähnlicher Weise zu rächen. Denn das kann schnell nach hinten losgehen! Wer sich auf das gleiche Niveau seiner Feinde begibt, geht nicht nur die Gefahr ein, sich selbst strafbar zu machen. Ihr habt dadurch auch nichts gewonnen. Geht lieber den rechtlich sicheren Weg und zeigt den Verantwortlichen an! Nur so zeigt ihr, dass ihr euch nicht alles gefallen lasst.

Cyber-Kriminalität: Mobbing ist verheerend für die Opfer

Mobbing über das Internet endet nicht nach der Schule, dem Fußball-Training oder der Arbeit. Auch zu Hause sind viele nicht vor Beleidigungen, dem Bloßstellen oder Belästigen geschützt – das Internet macht’s möglich. Man hat also keinen richtigen Rückzugsort vor Mobbing-Attacken. Und was das Ganze noch verschlimmert: Das Ausmaß von Cybermobbing ist extrem, denn Inhalte verbreiten sich im World Wide Web in Sekundenschnelle und sind nur schwer zu kontrollieren. Vielen Opfern von Cybermobbing fällt es daher schwer, darüber hinwegzukommen – immer wieder können diese Inhalte ans Licht kommen. Wie verletzend manche Posts, Kommentare, Nachrichten oder Bilder für die Opfer sein können, sehen die Mobber meist gar nicht. Denn die Reaktionen finden ja hinter dem Bildschirm statt.

Weil Mobbing verheerende psychische Folgen für die Opfer haben kann, ist Cybermobbing eine besonders schwere Form von Cyberkriminalität. Auch wenn das Internet unseren Alltag grundlegend geändert hat und vieles vereinfacht, lauern im World Wide Web dennoch zahlreiche Gefahren. Nicht nur Mobber können einem das Leben schwer machen. Ebenso sind Hackerangriffe, Datenverlust und Missbrauch von Kreditkartennummern oder Passwörtern weitverbreitete Straftaten im Netz.

Weiterführendes zum Thema Mobbing findest du hier:

andokasblog

irgendwasabgespielt

[Gesamt:2    Durchschnitt: 3.5/5]

Nadine

Als Liebhaberin von Paprikachips würde Nadine gern den Konsum des suchtgefährdenden Kartoffelprodukts per Gesetz finanziell unterstützen. Dafür reicht ihr von ihren Mitmenschen dann auch ein ganz einfaches „Dankeschön!“. Und weil sie so gerne zur Arbeit fährt, würde sie sich am liebsten per Superkraft schnell zu ihren Kollegen beamen.

2 Kommentare

Wer hat’s geschrieben?

Nadine

Als Liebhaberin von Paprikachips würde Nadine gern den Konsum des suchtgefährdenden Kartoffelprodukts per Gesetz finanziell unterstützen. Dafür reicht ihr von ihren Mitmenschen dann auch ein ganz einfaches „Dankeschön!“. Und weil sie so gerne zur Arbeit fährt, würde sie sich am liebsten per Superkraft schnell zu ihren Kollegen beamen.

ROLAND Rechtstipps

Nützliche Rechtstipps für Ihren Alltag!
Bitte füllen Sie das Pflichtfeld aus.
Bitte füllen Sie das Pflichtfeld aus.

Die mit * gekennzeichneten Angaben sind Pflichtfelder.

Folge uns!

Besuch unsere Social Networks und werde Teil unserer Community. Erhalte wertvolle Tipps rund um rechtliche Fallstricke im Alltag und verpasse keine Infos mehr! Wir freuen uns auf dich!

Unser Partneranwalt

Kai Solmecke

Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.