Sebastian

Cyberkriminalität: Die digitale Bedrohung

In Deutschland haben bis 2016 rund 79 Prozent der Deutschen das Internet genutzt (Quelle: Statista). Dabei werden die unterschiedlichsten Dinge im Internet verrichtet. Neben E-Mails checken oder Online-Shopping werden auch Bankgeschäfte online abgewickelt. Dies birgt ein enormes Potenzial, Opfer von kriminellen Aktivitäten im Netz zu werden – und das kann für die Betroffenen teuer werden. Allein in Deutschland wurde durch Cyberkriminalität ein Schaden von rund 40 Millionen Euro generiert. Tendenz steigend.

Cyberkriminalität hat zahlreiche Gesichter

Cyberkriminalität kann jeden treffen!

Die Gefahren von Cyberkriminalität sind vielseitig. Die Bandbreite reicht von harmlosen, aber nervigen Scherzviren bis hin zu Erpressung oder Betrug. In der Vergangenheit kursierten immer wieder verschiedene Methoden, die unter anderem dazu führen, dass der Nutzer seinen Browser nicht mehr bedienen kann. Um die Bedienung wieder zu ermöglichen, wird er aufgefordert, einen Geldbetrag zu überweisen. Besonders problematisch wird es allerdings, wenn empfindliche Daten ausgespäht werden, mit denen der Betrüger dann in Deinem Namen Käufe abwickeln oder gar das Konto ausräumen kann. Eine Gefahr, geprellt zu werden, sind beispielsweise Online-Shops, die eigentlich keine sind!

Fake-Shops zocken ab!

Sicherlich hast Du schon einmal was im Internet gekauft. Das hat durchaus bequeme Vorteile, denn man muss sich nicht die Mühe machen, extra in das Geschäft zu fahren. Man geht in den Online-Shop, sucht sein gewünschtes Produkt und bestellt. Doch auch hier gibt es Maschen, die dir lediglich das Geld aus der Tasche ziehen: Sogenannte Fake-Shops. Ein Fake-Shop ist oftmals ein richtig gut getarnter Online-Shop und schwer von einem seriösen Anbieter zu unterscheiden. Auftritt und Gestaltung wirken hoch professionell. Doch wann sollte man nun doch skeptisch werden? Deine Skepsis sollte spätestens dann einsetzen, wenn dein gewünschtes Produkt unverhältnismäßig günstig angeboten wird. Interessierst Du Dich zum Beispiel für einen neuen Apple Mac, der nur die Hälfte des üblichen Ladenpreises kosten soll, dann schau genau hin. Oftmals sind das Lock-Angebote und am Ende wirst Du keine Ware erhalten.

Wie erkenne ich einen Fake-Shop?

Im Impressum des Anbieters befinden sich oft ebenfalls Hinweise. Schau nach, wo der Anbieter seinen Firmensitz hat und gehe dem nach. „Oftmals existieren diese Firmen nur als Briefkästen und haben sonst keinerlei oder wenn, dann nur kostenpflichtige Kontaktmöglichkeiten“, meint Rechtsanwalt Kai Solmecke. Solltest Du dubiose Einträge im Impressum finden, dann solltest Du besser weiter surfen. Viele seriöse Online-Shops haben Gütesiegel wie beispielsweise das von “trusted shops”. An solchen Siegeln erkennst Du, ob ein Anbieter seriös ist und auch tatsächlich die Ware versendet, die Du bestellst. Kundenbewertungen können ebenfalls hilfreich sein. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass diese vom Anbieter selbst verfasst sind und Glaubwürdigkeit nur suggerieren sollen. Daher bleib’ auch hier skeptisch. Grundsätzlich gilt: Je teurer das Originalprodukt, desto genauer solltest Du hinschauen, wo Du kaufst.

Weitere Indizien für einen Fake-Shop können zum Beispiel die angebotenen Zahlungsmodalitäten sein. „Viele Fake-Shops bestehen meist auf Vorkasse bzw. Methoden, bei denen Du in Vorleistung treten musst“, weiß Kai Solmecke. Das bedeutet, Du zahlst und wartest dann auf Deine bestellte Ware. Aber eine alleinige Betrachtung der Zahlungsmethoden reicht natürlich nicht, um einen Fake-Shop zu identifizieren!

Unser Partneranwalt fasst noch mal die wesentlichen Punkte zusammen, anhand denen Du einen Fake-Shop entlarven kannst.

  • Im Impressum fehlen eindeutige Hinweise zum Betreiber
  • Keine oder kostenpflichtige Kontaktmöglichkeiten
  • Schlechte Kundenbewertungen
  • Produkte werden zu Preisen angeboten, die weit unter dem Marktpreis liegen
  • Zahlungsmethode Vorkasse

Geknackte Amazon- und Ebay-Accounts

Vorsichtig sollte man auch als Inhaber von Ebay- oder Amazon-Konten sein, über die man etwas verkaufen möchte. Die Betrüger gehen dabei wie folgt vor: „Ist das Passwort zu dem Account geknackt, wird der Account an sich nicht geändert. Nur die Bankverbindung wird durch die des Betrügers ersetzt, so dass er nun mit dem geknackten Konto Verkäufe tätigt und den Käufer per Vorkasse die Ware bezahlen lässt. Der Geldbetrag wird dann dem Betrüger auf dem Konto gutgeschrieben. Der geprellte Käufer schreibt daraufhin den vermeintlichen Verkäufer an, der dann erst meistens von dem Betrug etwas mitbekommt“, erläutert Kai Solmecke. Die Möglichkeiten, die Du hast sind bei dieser Form der Cyberkriminialität leider begrenzt. Auch die Erfahrung von Kai Solmecke zeigt, dass die Erfolgsaussichten der Geschädigten als gering einzuschätzen sind. „Man kann in so einem Fall nur darauf hoffen, dass die Polizei den Täter über die IBAN ermitteln kann. Doch auch hier sichern sich die Täter ab. Sie eröffnen Konten mit Personendaten, die es gar nicht gibt.“ Wenn das Kind also einmal in den Brunnen gefallen ist, wird es schwierig. Von daher sollte der Käufer genau hinschauen, denn das Geld ist im schlimmsten Fall weg.

Wie schütze ich mich vor Cyberkriminalität?

Der beste Schutz vor Cyberkriminalität ist die Vorsorge. Grundsätzlich solltest Du regelmäßig Deine Passwörter ändern und im Idealfall für jede Plattform unterschiedliche verwenden. Darüber hinaus solltest Du darauf achten, dass Deine Passwörter so kryptisch wie möglich sind. Also nutze Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Zeichen und kombiniere diese miteinander. Im Internet gibt es zudem Tools für Passwortverwaltungen, die automatisch schwer hackbare Passwörter generieren. Eines davon ist zum Beispiel LastPass. Damit kannst Du Passwörter sicher verwalten und aufbewahren! Ein weiterer Tipp: Surfe nur auf vertrauensvollen Seiten. Im Internet hinterlässt man permanent Spuren und gerade bei unseriösen Seiten ist die Gefahr sehr hoch, dass man sich auf seinem Rechner etwas einfängt.

Außerdem kannst Du Dich mit spezieller Software vor Viren und Trojanern schützen. Windows bietet von Hause aus eine Firewall an, jedoch schadet es nicht, in spezielle Software zu investieren, die nichts anderes kann, als deinen Rechner zu schützen. Nimm Dir die Zeit und schau’ Dir Testberichte zu Virensoftware an, um die für Dich beste Lösung zu finden. Eine Virensoftware ist eine gute Vorsorge gegen Cyberkriminalität, denn sie spürt nicht nur Viren auf deinem Rechner auf, sondern warnt auch vor dubiosen Webseiten.

Opfer von Cyberkriminalität können Folgendes tun

Das Problem bei Cyberkriminalität ist, dass die Täter oftmals anonym und schwer zu identifizieren sind. Bist Du selber Opfer von Cyberkriminalität geworden, so kannst Du dennoch etwas unternehmen. Wende Dich an die zuständige Stelle des BKA. „Darüber hinaus sollte man sofort Anzeige wegen Warenbetrugs bei der zuständigen Polizeibehörde erstatten“, rät Kai Solmecke. Aufpassen sollte man auch bei der Art und Weise, wie man einen Geldbetrag überweist. Rückbuchungen durch das Kreditinstitut kannst Du nur veranlassen, wenn Du per Bankeinzug bezahlt hast. Eine einmal getätigte Überweisung lässt sich nicht rückgängig machen.

Diskutiert mit!

Seid ihr selber schon mal Opfer von Cyberkriminalität geworden oder seid gerade aktuell betroffen? Wie seid ihr vorgegangen und was hat geholfen? Schreibt uns ein Kommentar und bewertet den Artikel!

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Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

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