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Elterngeld und ElterngeldPlus – mit Elterngeldrechner

Du wirst bald Mutter oder Vater und freust dich schon darauf, dann möglichst viel Zeit mit deinem Kind zu verbringen? Als Ausgleich für die Arbeit, die dafür ruht, hast du in den ersten Monaten einen Anspruch auf Elterngeld. Aber wer bekommt eigentlich Elterngeld und welche Formen gibt es? Diese und weitere Fragen beantworte ich dir zusammen mit unserer Personalreferentin Dr. Elena Albrecht. Wenn alle Fragen geklärt sind, kannst du dir mit unserem Elterngeldrechner direkt ausrechnen, wie viel Geld dir während deiner Elternzeit zusteht.

Was ist Elterngeld?

Wenn du nach der Geburt weniger oder gar nicht mehr arbeitest, schafft das Elterngeld einen Ausgleich für das verminderte Einkommen. So kannst du dich darauf konzentrieren, dein Kind zu erziehen und zu betreuen.

Was sind die Voraussetzungen?

Du kannst Elterngeld bekommen, wenn du …

  • dein Kind selbst betreust und erziehst.
  • du mit deinem Kind in einem gemeinsamen Haushalt lebst.
  • du gar nicht bzw. maximal 30 Stunden pro Woche arbeitest.
  • du in Deutschland lebst.

Auch wenn du vor der Geburt nicht gearbeitet hast, steht dir Elterngeld zu.

Wichtig: Das Kind muss nicht dein leibliches Kind sein. Die Voraussetzungen gelten auch für Adoptivkinder und das leibliche Kind deines Partners bzw. deiner Partnerin. Auch für Enkelkinder oder Nichten oder Neffen, die du aufnimmst und betreust, kannst du in besonderen Fällen Elterngeld bekommen. Wichtig ist, dass die leiblichen Eltern nicht in der Lage sind, das Kind selbst zu betreuen. Für Pflegekinder hingegen bekommt du andere Leistungen vom Jugendamt.

Muss man Elternzeit nehmen?

Elterngeld und Elternzeit werden oft in einen Topf geworfen. Dabei musst du nicht unbedingt Elternzeit nehmen. Wichtig für den Anspruch von Elterngeld ist nur, dass du nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitest. Alles zum Thema Elternzeit liest du im Blogbeitrag Elternzeit – mehr Zeit für das Kind.

Wie lange bekommt man Geld?

Du bekommst Elterngeld ab der Geburt des Kindes.

Wichtig: Elterngeld wird nach Lebensmonaten gezahlt. Ein Beispiel: Wird dein Kind am 28. Juni geboren, dann ist

  • der 1. Lebensmonat vom 28. Juni bis 27. Juli
  • der 2. Lebensmonat vom 28. Juli bis 27. August
  • und so weiter.

Es gibt jedoch eine Ausnahme, wie Elena Albrecht erklärt: „Bei Adoptivkindern kommt es nicht auf den Geburtstag an, sondern auf den Tag, an dem du das Kind in deinem Haus aufnimmst. Das gilt auch, wenn das Adoptionsverfahren noch läuft, also während der sogenannten Adoptionspflege.“

Elterngeld vs. Mutterschaftsgeld

Was viele nicht wissen: Die Zeit, in denen du Mutterschaftsgeld erhältst, wird vom Elterngeld abgezogen und kommt nicht oben drauf. „Nach der Geburt erhalten Frauen von ihrem Arbeitgeber und ihrer Krankenkasse insgesamt acht Wochen Mutterschaftsgeld, also die volle Summe des Gehalts vor der Geburt“, weiß Dr. Elena Albrecht. „Bei einem Frühchen – das Kind kommt drei Wochen oder noch früher als errechnet zur Welt – verlängert sich diese Zeit auf zwölf Wochen plus die Zeit, die es zu früh gekommen ist.“ Diese Zeit wird auf das Elterngeld angerechnet. Du erhältst also nicht vier Monate Mutterschutzgeld plus zwölf Monate Elterngeld. Lies hier mehr zum Thema Mutterschutz.

 

Wie lange du genau Elterngeld erhältst, hängt zudem von der Variante ab, für die du dich entscheidest. Es gibt das Basiselterngeld, ElterngeldPlus und als Ergänzung dazu noch den Partnerschaftsbonus. Die Varianten können alle miteinander kombiniert werden.

Wichtig zu wissen: Wenn du dich zunächst für eine Variante entschieden hast, kannst du dich monatlich für eine andere entscheiden – sofern alle unten genannten Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

  1. Basiselterngeld

Die wohl unkomplizierteste Variante ist das Basiselterngeld. Dabei erhaltet ihr das volle euch zustehende Elterngeld in den ersten zwölf bis 14 Lebensmonaten des Kindes.

Einer alleine kann Basiselterngeld für bis zu 12 Monate bekommen. Beantragen beide Elternteile Geld, erhalten sie es für maximal 14 Monate. Diese beiden zusätzlichen Monate nennt man „Partnermonate“. Diese stehen dir auch zu, wenn du Alleinerziehend bist.

„Gibt es zwei Erziehungsberechtigte, können sie das Basiselterngeld nach ihren Wünschen individuell aufteilen. Sie können es gleichzeitig oder nacheinander beantragen“, erklärt die Personalreferentin. Allerdings muss jeder von euch mindestens zwei und maximal zwölf Monate beantragen. Die Monate müsst ihr auch nicht am Stück nehmen.

Ein Beispiel: Beide Elternteile nehmen die 14 Monate Basiselterngeld nacheinander – in den ersten acht Lebensmonaten die Mutter, in den Monaten 9 bis 14 der Vater.

Wichtig:

  • Basiselterngeld gibt es nur in den ersten 14 Lebensmonaten.
  • Die Monate in denen du Mutterschaftsgeld oder andere Mutterschaftsleistungen erhältst, gelten als Monate, in denen du Basiselterngeld bekommst. Bei einer normal verlaufenden Geburt sind dies im Regelfall die ersten beiden Lebensmonate. Bei einem Frühchen verlängert sich der Mutterschutz und damit die Zahlung des Mutterschaftsgeldes um vier Wochen plus die Tage, die das Kind zu früh gekommen ist.

Wir bleiben bei unserem Beispiel. Denn genau genommen erhält die Mutter in den ersten beiden Lebensmonaten Mutterschaftsgeld (grün). Diese Monate werden vom Elterngeld abgezogen.

Übrigens: Da es früher nur diese Variante gab, wird Basiselterngeld häufig mit Elterngeld gleichgesetzt.

Basiselterngeld berechnen:

Und wie hoch ist das Basiselterngeld nun? Wenn du vor der Geburt gearbeitet hast, erhältst du als Basiselterngeld 65 Prozent deines Netto-Einkommens. Arbeitest du allerdings nach der Geburt in Teilzeit, bekommst du 65 Prozent des Unterschieds zwischen deinem Netto-Einkommen vor der Geburt und deinem Netto-Einkommen danach. Ein kleines Rechenbeispiel:

  • Bei 2.000 Euro vor der Geburt und keinem Einkommen nach der Geburt, beträgt das Basiselterngeld also 1.300 Euro.
  • Bei 2.000 Euro vor der Geburt und 500 Euro nach der Geburt, berechnet sich das Basiselterngeld wie folgt: 2.000 Euro – 500 Euro = 1.500 Euro Einkommensunterschied. Davon 65 Prozent sind 975 Euro monatlich.
  1. ElterngeldPlus

Wenn du länger als 14 Monate Elterngeld beziehen möchtest, ist das ElterngeldPlus eine gute Alternative. Denn dieses kannst du doppelt so lange bekommen wie das Basiselterngeld – allerdings erhältst du dann auch nur die Hälfte des Geldes. „Besonders interessant ist diese Variante für Personen, die nach der Geburt in Teilzeit arbeiten. Dann kann das monatliche ElterngeldPlus genauso hoch sein wie das monatliche Basiselterngeld“, rät Elena Albrecht. Da es doppelt so lange gezahlt wird, hast du dann am Schluss mehr raus.

Wichtig:

  • Solange du Mutterschaftsleistungen erhältst, werden diese Monate als Basiselterngeld-Monate gewertet.
  • Nach dem 14. Lebensmonat bekommst du Elterngeld nur noch ohne Unterbrechungen als ElterngeldPlus oder als Partnerschaftsbonus, den wir gleich noch beschreiben. Ihr dürft euch abwechseln, aber nicht einen Monat aussetzen!

ElterngeldPlus berechnen:

Das ElterngeldPlus – genauso wie der Partnerschaftsbonus – berechnet sich wie das Basiselterngeld. Es ist jedoch begrenzt auf die Hälfte von dem, was du als Basiselterngeld theoretisch bekommen würdest, wenn du nach der Geburt nicht arbeitest. In dem obigen Beispiel sind dies also 1.300 Euro/2 = 650 Euro. Dafür kannst du diesen Betrag doppelt so lange erhalten, sodass unterm Strich dasselbe dabei herauskommt.

Besonders lohnt sich ElterngeldPlus, wenn du nach der Geburt arbeitest, wie dieses Beispiel zeigt:

Netto-Einkommen vor der Geburt        2.000 Euro
Netto-Einkommen nach der Geburt     1.200 Euro
Einkommens-Unterschied                    800 Euro
Basiselterngeld (65 % des Unterschieds) 520 Euro  monatlich

Theoretisches Basiselterngeld ohne Einkommen nach der Geburt (65 % von 2.000 Euro) 1.300 Euro
davon die Hälfte = Deckelungsbetrag    650 Euro
ElterngeldPlus  520 Euro monatlich

Du siehst: In beiden Fällen bekommst du gleich viel Elterngeld – mit dem entscheidenden Unterschied, dass das Basiselterngeld nur halb so lange gezahlt wird, wie das ElterngeldPlus.

  1. Partnerschaftsbonus

Wenn du und dein Partner euch die familiären und beruflichen Aufgaben teilt, ist der Partnerschaftsbonus das richtige für euch. Das geht natürlich auch, wenn ihr das Kind getrennt erzieht. Aber auch Alleinerziehende können das Angebot nutzen.

„Entscheidet sich ein Paar für den Partnerschaftsbonus, können die beiden jeweils vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus erhalten. Allerdings sind die Voraussetzungen dafür sehr restriktiv“, erklärt die Personalexpertin.

Voraussetzungen:

  • Ihr nehmt die Partnermonate am Stück.
  • Ihr arbeitet beide in Teilzeit, mindestens 25 Stunden und höchstens 30 Stunden pro Woche. Dabei sind die Wochenstunden im Monatsdurchschnitt entscheidend.
  • Das gleiche gilt für Alleinerziehende.

Wichtig: Auch Urlaubstage und Krankheitstage, an denen ihr also bezahlt werdet, obwohl ihr nicht arbeitet, zählen mit rein. Also überlegt euch gut, ob ihr die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt. Andernfalls kann es sein, dass ihr die gezahlten Beiträge zurückzahlen müsst!

Was ist die beste Kombination für dich?

Jetzt wo wir alle Möglichkeiten aufgezählt haben, ist natürlich die große Frage, was das Beste in deinem konkreten Fall ist. Je nach Lebensabschnitt macht vielleicht auch eine Kombination Sinn. Vielleicht wollt ihr euch die ersten Monate ganz aufs Kind konzentrieren und dann arbeiten gehen? Oder euch die Aufgaben teilen? Denn für jeden Monat kannst du selbst entscheiden, ob du Basiselterngeld, ElterngeldPlus oder den Partnerschaftsbonus wählst. Weitere Informationen zu den Kombinationsmöglichkeiten findest du in der Broschüre „Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die wichtigsten Voraussetzungen nochmal in der Zusammenfassung:

  • Den Elterngeld-Bezug könnt ihr in den ersten 14 Lebensmonaten eures Kindes  unterbrechen und später fortsetzen.
  • Die Elterngeldmonate stehen euch als Eltern gemeinsam zu. Ihr könnt sie untereinander aufteilen, wenn ihr Folgendes berücksichtigt:
    • Jeder Elternteil muss Elterngeld für mindestens 2 Lebensmonate beanspruchen.
    • Basiselterngeld könnt ihr nur in den ersten 14 Lebensmonaten eures Kindes bekommen. ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus auch länger.
  • Lebensmonate, in denen der Mutter des Kindes Mutterschaftsgeld oder andere Mutterschaftsleistungen zustehen, gelten bei der Mutter als Monate mit Basiselterngeld. Auf den anderen Elternteil wirken sich die Mutterschaftsleistungen nicht aus.
  • Ab dem 15. Lebensmonat darf der Elterngeld-Bezug nicht mehr unterbrochen werden, das heißt: Mindestens ein Elternteil muss ElterngeldPlus oder Partnerschaftsbonus bekommen.
  • Den Partnerschaftsbonus könnt ihr nur für jeweils genau vier Lebensmonate am Stück nehmen.

 

Elterngeldrechner: Rechne jetzt dein Elterngeld aus.

Wahrscheinlich schwirrt dir jetzt der Kopf vor Möglichkeiten. Mit unserem Elterngeldrechner kannst du einfach mal ausrechnen, wie viel Geld dir zusteht und dann die beste Kombination für dich finden.

Noch ein paar Erklärungen zu unserem Elterngeldrechner:

Wie viel Geld du bekommst, hängt maßgeblich davon ab, wie viel Geld du vor der Geburt verdient hast. Dabei bekommst du mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro Basiselterngeld. ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus betragen entsprechend mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro.

Geschwisterbonus:

Neben deinem Einkommen vor der Geburt spielt es auch eine Rolle, ob du bereits Kinder hast. Dann kannst du unter Umständen einen Geschwisterbonus bekommen, durch den das Elterngeld um 10 Prozent steigt.

Voraussetzungen: In deinem Haushalt

  • … lebt ein weiteres Kind, das noch keine 3 Jahre alt ist, oder
  • … leben mindestens zwei weitere Kinder, die beide noch keine 6 Jahre alt sind, oder
  • … lebt ein weiteres Kind mit Behinderung, das noch keine 14 Jahre alt ist.

 

Elterngeld beantragen

Und wie kannst du deinen Anspruch auf Elterngeld geltend machen? Wichtig: Du kannst den Antrag erst nach der Geburt deines Kindes stellen. Durch das Mutterschaftsgeld bist du die ersten Monate gut abgesichert, allzu lange nach der Geburt solltest du jedoch nicht warten: „Elterngeld wird maximal für drei Lebensmonate rückwirkend gezahlt“, weiß Dr. Elena Albrecht.

Das Formular kannst du hier  herunterladen oder du erhältst es bei der Elterngeldstelle. Hierhin musst du das ausgefüllte Formular auch schicken und die Mitarbeiter beraten dich gerne bei weiteren Fragen.

 

Wir hoffen, dir mit unseren Ausführungen im Elterngeld-Dschungel weitergeholfen zu haben. Natürlich können wir hier nicht alle Einzelfälle genau beleuchten. Daher findest du weitere Ausführungen und Beispiele hier: