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Flirten 2.0: juristische Tipps zum Online-Dating

Parship, Elite Partner oder Tinder, die große Liebe oder ein schneller Flirt: Gehörst du auch zu den Millionen Singles in Deutschland, die Angebote von Dating-Portalen im Internet nutzen? Viele Singlebörsen versprechen ihren Nutzern den Partner fürs Leben zu finden – oder zumindest für die nächste Zeit. Leider gibt es neben einer Reihe seriöser Anbieter fürs Online-Dating auch einige schwarze Schafe. Diese verderben ihren Kunden mit undurchsichtigen Geschäftsbedingungen und nachlässigem Datenschutz den Spaß. Und auch unter den anderen Singles verstecken sich leider zunehmend Fake-Profile und Betrüger. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Clemens Adori gebe ich Tipps für die erfolgreiche Partnersuche ohne böses Erwachen.

Probe-Abo – Online-Dating „light“?

Anonyme Chats, Blind Dates – besonders als Online-Dating-Anfänger ist man zunächst vielleicht unsicher, ob man sich auf diese Art des Kennenlernens langfristig einlassen möchte. Hier verspricht eine Probe-Mitgliedschaft eine verlockende Lösung zu sein. Doch ist ein solches Test-Abo tatsächlich völlig unverbindlich? „Die meisten Probe-Abos sind leider so gestaltet, dass sie sich automatisch um bis zu ein Jahr verlängern, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Frist gekündigt wird“, erklärt Rechtsanwalt Clemens Adori. Sein Tipp: „Wer sich unsicher ist, sollte gleich nach Abschluss des Probe-Vertrags zum Laufzeitende schriftlich kündigen und um anschließende Löschung seines Profils und seiner Daten bitten.“ Wer dann doch Feuer gefangen hat, kann in der Regel problemlos mit dem Anbieter der Singlebörse eine Verlängerung vereinbaren.

Anmeldung: Drum prüfe, wer sich ewig bindet …

Was im wahren Leben gilt, ist auch in der virtuellen Welt oberstes Gebot: Will man sich langfristig binden, sollte man vorher genau abwägen, worauf man sich einlässt. Dies bedeutet vor allem, sich vor Vertragsabschluss gut über den Anbieter zu informieren. „Bei allen online geschlossenen Verträgen, bei denen Zahlungen anfallen, sollte ein Anbieter mit einem leicht einsehbaren Impressum gewählt werden“, betont Clemens Adori. Aus diesem Impressum sollte zudem erkennbar sein, dass es sich um ein Unternehmen mit Sitz und Kontaktadresse im Inland handelt. „Kommt es trotz aller Vorsicht im Nachhinein zu Vertragsstreitigkeiten, ist es besonders teuer, riskant und langwierig, Forderungen gegen ein ausländisches Unternehmen geltend zu machen.“ Wenn du eine Übersicht mit seriösen Anbietern suchst: Die Stiftung Warentest hat 2016 Singlebörsen und Online-Partnervermittlungen getestet.

Große Liebe oder große Enttäuschung: Was bei der Kündigung zu beachten ist

Manch einer findet sie tatsächlich: die wahre Liebe in der virtuellen Online-Welt. Für andere Singles wiederum endet die Suche im Internet weniger romantisch. Nach mehreren erfolglosen Versuchen kann sich schnell eine Ernüchterung breitmachen. In beiden Fällen folgt unweigerlich die Kündigung. „In der Regel reicht dann ein einfacher Brief mit der Bitte um Kündigungsbestätigung. Wenn diese innerhalb von zwei Wochen nicht kommt, sollte man es sicherheitshalber noch einmal mit einem Einwurf-Einschreiben versuchen“, rät Clemens Adori. „Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt einen Zeugen mit, der den Inhalt des Schreibens und die Aufgabe bei der Post bestätigen kann.“ Wichtig ist natürlich, rechtzeitig vor der Kündigungsfrist zu kündigen, damit man mit dieser Prozedur nicht in Zeitnot gerät.

Auch interessant: Telefon- und Online-Verträge: Worauf muss ich achten?

Vom Umgang mit persönlichen Daten

Schnuckiputzi123 oder R. aus K. – wie viel sollte man beim Online-Dating eigentlich von sich preisgeben? „Die Partnersuche ist grundsätzlich nun mal damit verbunden, auch sehr persönliche Daten bekannt zu geben“, stellt Clemens Adori fest. „Dazu sollte man wissen, dass es im Bundesdatenschutzgesetz auch für Dating-Portale viele Vorschriften gibt, die den sicheren Umgang mit personenbezogenen Daten regeln.“ Doch der Rechtsanwalt warnt: „Bei der Angabe von persönlichen Daten sollte man nicht nur die potenziellen Partner im Kopf haben, sondern auch diejenigen, mit denen man nicht langfristig in Kontakt bleiben möchte.“ Er rät: „Die Profil-Daten sollten zunächst also eher sparsam sein. Nach der Kontaktaufnahme kann man dann Weiteres bekannt geben, wenn einem einigermaßen bewusst ist, mit wem man es genau zu tun hat.“

Damit man beim ersten Treffen mit der oder dem Auserwählten nicht ins Hintertreffen gerät, ist es aber durchaus ratsam, von Anfang an ehrliche Angaben zu machen. Denn die große Liebe sollte ja nicht mit einer Lüge beginnen …

Fake-Profile und Betrüger

Leider nutzen nicht nur Singles die Dating-Seiten im Internet. Immer mehr Kriminelle haben es auf die Daten und das Geld von Nutzern abgesehen. Sie nutzen fiktive Profile, um so an persönliche Informationen und mehr von liebeshungrigen Frauen und Männern zu gelangen. Eine Studie zeigt: 58 Prozent aller Nutzer von Dating-Apps und Online-Partnervermittlungen sind bereits Opfer von Betrügern geworden. Die zwei klassischen Fälle: Viele Kriminelle nutzen ein Fake-Profil und gaukeln die große Liebe vor, um dann Geld zu erbetteln. Andere Betrüger drohen gerne damit, die zweideutige Fotos und Videos zu veröffentlichen, die sie im vermeintlich echten Chat erhalten haben.

Aber wie kann man sich vor solchen Betrügern schützen?

  • Teile nur sehr private Bilder und Infos, wenn du deinem Chatpartner wirklich vertrauen kannst. Nach ein paar anonymen Chats ist dies meist schwer.
  • Wenn du sicher sein willst, dass es deinen Partner tatsächlich gibt, triff dich persönlich oder zumindest in einem Videochat mit ihm. Wenn sich dein Gegenüber weigert, solltet du misstrauisch werden.
  • Werden deine Fragen nicht wirklich beantwortet oder klingen die Antworten vorgefertigt, deutet vieles auf einen Betrüger hin, der von einem Computer gesteuert wird. Finger davon lassen!
  • Erzählt dir jemand eine traurige Geschichte und bittet um Geld, sei lieber wachsam und melde die Person dem Online-Portal.

Wenn du ein wachsames Auge hast, steht einer erfolgreichen Partnersuche also nichts mehr im Wege. Und wer weiß: Wenn du den ersten Schritt einmal gemacht und dich auf einer seriösen Plattform angemeldet hast, triffst du vielleicht bald schon den passenden Mensch, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen möchtest.

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Sie liebt Schokolade und ihre Heimatstadt Kevelaer am Niederrhein – was sie gerne auch kundtut. Zu ihrem Glück fehlt ihr eigentlich nur eine Horde Heinzelmännchen, die für sie den Haushalt schmeißen. Damit sie sich auf das konzentrieren kann, was wirklich Freude macht.

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Clemens Adori

Rechtsanwalt Clemens Adori ist Partner der Kanzlei SCHULZ KLUGE PARTNER in Berlin. Er ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht. Weitere Rechtsgebiete sind IT-Recht, Gewerblicher Rechtsschutz/Markenrecht sowie Steuerberatung. Zudem ist er Mitglied der Gutachterkommission und des Beschwerdeausschusses der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM e. V.). SCHULZ KLUGE PARTNER ist eine Partnerschaft von spezialisierten Rechtsanwälten, die unternehmerische wie private Mandaten europaweit beraten und vertreten.

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