Julia

So shoppen die Deutschen im Netz!

„Woher weiß der Postbote eigentlich immer so genau, was wir gerade brauchen?“ Als mir mein damals vierjähriger Sohn diese Frage stellte, wurde mir erstmals richtig bewusst, dass ich wohl doch recht häufig online shoppe: Ist ja schließlich auch bequem, oft günstiger und vor allem auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten möglich. Und meistens bringt der Postbote ja dann auch genau das Richtige – allerdings nur meistens. Den ein oder anderen Fehlgriff muss man halt verschmerzen und dank Rückgaberecht gab es auch nie großen Ärger. Als wir das Thema kürzlich in der Redaktionskonferenz besprochen haben, fiel uns auf, dass wir natürlich alle fleißige Online-Shopping-Fans sind – allerdings alle auf verschiedenen Gebieten bzw. in unterschiedlicher Frequenz. Auch was das Thema „Ärger beim Online-Shopping“ betrifft, hatte so jede ihre eigenen Erfahrungen.

Wir wollten wissen: Was shoppen die Deutschen am häufigsten online? Wie oft machen sie dabei schlechte Erfahrungen? Und – für uns als Rechtsschutz-Versicherer natürlich interessant – wie viele wehren sich nach Unstimmigkeiten mit juristischen Mitteln gegen den Verkäufer? Gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov haben wir eine repräsentative Umfrage gestartet. 2.035 Teilnehmer standen uns dazu Rede und Antwort. Und die Ergebnisse haben uns teilweise sehr überrascht!

Frauen shoppen Kleidung und Schuhe bedeutend häufiger online als Männer.

Auch Männer sind fleißige Klamotten-Shopper

Zunächst wollten wir wissen, was die Deutschen überhaupt am liebsten online kaufen. Ich löse es ohne großen Trommelwirbel auf: natürlich Kleidung und Schuhe! 62 Prozent der Befragten geben an, diese Waren mindestens mehrmals pro Jahr im Internet zu bestellen. Auch beim Geschlechter-Vergleich gibt es hier keine Überraschung: Mit 69 Prozent führt die Damenwelt die Klamotten-Konkurrenz klar an. Aber: Auch mehr als jeder zweite Mann (54 Prozent) kauft mehrfach pro Jahr Kleidung oder Schuhe online.

Ebenfalls hoch im Kurs stehen Bücher und DVDs: Jeder zweite Befragte (51 Prozent) bestellt diese regelmäßig – mindestens mehrmals pro Jahr – online. Hierbei sind Männer (48 Prozent) allerdings annähernd genauso kauffreudig wie Frauen (53 Prozent).

Es kommt nicht auf die Größe an: Groß-Elektrogeräte beliebter als Möbel

Doch wie sieht es eigentlich bei Gegenständen aus, die nicht so einfach in der nächsten Packstation deponiert werden können? Schrecken die Deutschen davor zurück, auch Großelektronik oder Möbel online zu bestellen? Die Meisten nicht! 69 Prozent der Befragten vertrauen auch bei der Anschaffung von Groß-Elektrogeräten wie Waschmaschinen oder Kühlschränken auf den Online-Handel und haben dort schon mindestens einmal bestellt. Bei Möbeln sind sie hingegen zurückhaltender: Nur 60 Prozent haben schon einmal Möbelstücke online gekauft.

Laden statt Lieferdienst – gilt fürs Essen, aber nicht für Medikamente

Klarer Alterstrend: Jüngere Leute bestellen bedeutend häufiger online Lebensmittel.

Außerdem wollten wir wissen, wie es um die Bestellung von Lebensmitteln steht. Schließlich sprießen immer mehr Online-Lebensmittel-Anbieter aus dem Boden und bieten den Verbrauchern von  komplett verzehrfertigen Mahlzeiten über Tiefkühlkost bis hin zu einzelnen Zutaten für ganze Rezepte eine gute Alternative zum klassischen Supermarkt. Trotzdem haben nur 38 Prozent der Befragten überhaupt schon einmal Lebensmittel im Netz bestellt. Hier zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen den verschiedenen Altersgruppen: Von den jüngeren Befragten (18-34 Jahre) bestellen 28 Prozent regelmäßig – mindestens mehrmals pro Jahr – online Lebensmittel, bei älteren Befragten (55 Jahre und älter) sind es nur 12 Prozent.

Anders sieht es übrigens bei Medikamenten aus: Ganze 41 Prozent der Befragten bestellen ihre Medizin regelmäßig online, weitere 23 Prozent immerhin ab und zu.

Schlechte Erfahrungen beim Online-Shopping – Verbraucher können sich wehren

Dass Online-Shopping auch mal daneben gehen kann, entspricht nicht nur den Erfahrungen unserer Redaktion, sondern ist  laut der aktuellen YouGov-Umfrage keine Seltenheit. Von den Befragten, die mehrmals pro Jahr oder öfter online einkaufen, berichten 59 Prozent von schlechten Erfahrungen. Häufigster Grund zur Beanstandung ist die schlechte Qualität der bestellten Waren (33 Prozent), gefolgt von Lieferverzögerungen (28 Prozent). Jeder vierte Befragte (25 Prozent) hatte bereits defekte Ware im Lieferkarton und 21 Prozent beklagen falsche oder irreführende Produktbeschreibungen.

Lediglich 10 Prozent der geschädigten Käufer geben an, jemals gerichtlich gegen den Verkäufer vorgegangen zu sein. Ganz schön wenig, wie ich finde. Zumal man sich relativ leicht schützen kann, wie mir unser Partneranwalt Kai Solmecke verraten hat. „Gerade wenn teure Ware defekt geliefert wird und der Händler keinen Ersatz leisten will, kann das ohne rechtliche Unterstützung je nach Anschaffung in die Tausende Euro gehen. Ein guter Privat-Rechtsschutz hilft im Falle von Vertrags-Verletzungen bei Einkäufen, ob im echten oder im virtuellen Leben.“

Also: Wer von euch einen Privat-Rechtsschutz hat, kann sich wehren, wenn der Postbote das nächste Mal ein kaputtes, falsches oder zu spät geliefertes Paket vorbeibringt und ihr auf den Kosten sitzen zu bleiben droht …

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Auch wenn Julia mal wieder von Dingen der Unmöglichkeit träumt, hält sie im Büro das Gleichgewicht. Grund dafür ist vermutlich ihre äußerst ausgewogene Ernährung, für die ihre Kollegen sorgen.

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Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

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