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Alkohol am Steuer: Wie viel Promille sind erlaubt?

„Soo viel war das doch gar nicht“ oder „Ich hab doch vorher gut gegessen“ sind beliebte Argumente, wenn es darum geht, ob man nach Betriebsfest, Geburtstagsparty oder Weihnachtsfeier noch mit dem Auto fahren kann. Wer dann in eine Alkoholkontrolle gerät, wird oft eines besseren belehrt. Wie viel Promille sind eigentlich zulässig und welche Strafen drohen? Wir haben ROLAND-Partneranwalt Kai Solmecke zum Thema Alkohol am Steuer befragt.

Null-Toleranz in der Probezeit: Kein Alkohol am Steuer für Fahranfänger

Wer erinnert sich nicht an das schöne Gefühl, als man das erste Mal nach einer Party mit dem Auto nach Hause fahren durfte – ohne Mama und Papa anrufen zu müssen. Doch gerade wenn sich Fahranfänger gemeinsam mit ihren Freunden im „Partymodus“ befinden, ist die Gefahr groß, doch mal ein Schlückchen gegen den Durst zu nehmen. Rechtsanwalt Kai Solmecke rät davon dringend ab: „Um junge Fahrer dafür zu sensibilisieren, dass sich Alkohol am Steuer stark auf die Fahrtüchtigkeit auswirkt und zu verheerenden Folgen führen kann, gilt seit August des Jahres 2007 für sie die Null-Promille-Grenze – ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.“  Wer also in der Probezeit mit Alkohol am Steuer erwischt wird, muss mit weitreichenden Konsequenzen rechnen: „Bei einem A-Verstoß (schwerwiegender Verstoß) oder zwei B-Verstößen (weniger schwerwiegend) sind 1000 Euro zu zahlen, es werden zwei Punkte im Fahreignungsregister eingetragen und die Probezeit wird um weitere zwei Jahre verlängert“, erklärt der Jurist. Außerdem müsse der Fahrer meist an einem Aufbauseminar teilnehmen.

Profis dürfen ein wenig prosten: Alkohol am Steuer in geringem Maße erlaubt

Klar, dass sich erfahrene Autofahrer auch nach ein paar Bierchen durchaus in der Lage fühlen, ihr Auto noch sicher nach Hause zu lenken. Aber auch hier wird die zulässige Promillegrenze oft unterschätzt: „Wer mit mehr als 0,5 Promille angehalten wird, hat eine Ordnungswidrigkeit begangen und muss beim ersten Mal eine Geldstrafe von 500 Euro zahlen, bekommt zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot“, so Rechtsanwalt Kai Solmecke. „Bei einem neuen Verstoß können Geldstrafen von bis zu 1.500 Euro und Fahrverbote von bis zu drei Monaten verhängt werden.“

Eine sogenannte relative Fahruntüchtigkeit kann jedoch auch schon bei einer Konzentration von 0,3 Promille Blutalkohol vorliegen, wie Kai Solmecke erklärt: „Wer im Straßenverkehr ein Fahrzeug führt, obwohl er infolge des Alkoholgenusses nicht mehr in der Lage ist, es sicher zu führen, und dadurch andere Menschen oder fremde Sachen gefährdet, der macht sich strafbar – auch wenn er die 0,5 Promille-Grenze unterschreitet.“ Allerdings müssten dann weitere Anhaltspunkte darauf hinweisen, dass der Fahrer nicht mehr imstande war, sein Fahrzeug, auch bei plötzlichem Auftreten schwieriger Verkehrslagen, sicher zu steuern. Hinweise auf solche „Ausfallerscheinungen“ seien zum Beispiel Schlangenlinien, besonders leichtsinniges Fahrverhalten oder das Geradeausfahren in einer Kurve. „Wird dem Fahrer die relative Fahruntüchtigkeit nachgewiesen, gilt das als Straftat“, so der Anwalt.

Harte Sanktionen für Säufer: Ab 1,1 Promille am Steuer ist der Lappen sicher weg

Wer besonders tief ins Glas geschaut hat und dann in eine Alkoholkontrolle gerät, muss mit noch höheren Strafen rechnen: „Ab 1,1 Promille im Blut gilt ein Verkehrsteilnehmer als absolut fahruntauglich. Wer dennoch fährt, begeht eine Straftat. Die Fahrerlaubnis wird in der Regel entzogen und muss nach einer Sperrfrist, die zwischen sechs Monate und fünf Jahre beträgt, neu beantragt werden“, erklärt Kai Solmecke. Zusätzlich werde das Vergehen mit drei Punkten sowie regelmäßig mit einer Geldstrafe oder bei mehrfachen Verstößen sogar mit einer Haftstrafe geahndet.

Alkohol am Steuer bedroht nicht nur den Fahrer

Wie das statistische Bundesamt erklärt, wurden im Jahre 2016 rund 38.650 Unfälle registriert, bei denen mindestens ein Beteiligter unter Einfluss von berauschenden Mitteln stand. 4,4 Prozent aller Unfälle, die in dem Jahr registriert wurden, sind auf Alkoholeinfluss zurückzuführen. 7 Prozent aller tödlich verunglückten Personen kamen aufgrund eines Alkoholunfalls ums Leben.

Unter den Rauschmittel ist Alkohol am Steuer die Hauptursache für Verkehrsunfälle. Quelle: https://www.destatis.de

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Auch wenn Julia mal wieder von Dingen der Unmöglichkeit träumt, hält sie im Büro das Gleichgewicht. Grund dafür ist vermutlich ihre äußerst ausgewogene Ernährung, für die ihre Kollegen sorgen.

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Kai Solmecke

Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

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