Maja

Rettungsgasse: Weg frei für den Einsatzwagen

Das Thema „Rettungsgasse“ hat Einzug in die Nachrichten erhalten. Jedenfalls stoße ich beim Surfen durch das Netz immer wieder zufällig auf das Thema. Ich frage mich nur, wieso das so ein Problem ist und warum das überhaupt thematisiert werden muss. Schließlich sind wir doch rechtlich alle dazu verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden. Ich habe mal unseren Partneranwalt Herrn Solmecke zum Thema befragt.

Sinn und Zweck einer Rettungsgasse

Eine Rettungsgasse muss unverzüglich gebildet werden, wenn der Verkehr stockt.

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es bei der Rettungsgasse darum, den Weg für Einsatzkräfte frei zu machen. Bei hohen Verkehrsaufkommen oder Staus, ganz gleich ob auf der Autobahn oder in der Stadt, müssen Einsatzfahrzeuge schnell an den Einsatzort gelangen. Gerade wenn es darum geht, Verletzte zu versorgen ist der Faktor Zeit entscheidend. „Jeder Autofahrer ist rechtlich verpflichtet, eine Rettungsgasse für eintreffende Einsatzfahrzeuge zu bilden. Ein Verstoß gegen diese Regelung kann mit einem Bußgeld von bis zu 20 Euro geahndet werden“, weiß Kai Solmecke. Eine Rettungsgasse rettet unter Umständen Menschenleben.

Wie wird eine Rettungsgasse gebildet?

Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach und es ist auch klar geregelt, wie eine Rettungsgasse gebildet wird. „Auf zweispurigen Fahrbahnen müssen die Teilnehmer auf der linken Spur nach links und die Teilnehmer der rechten Fahrbahn nach rechts ausweichen“, sagt Kai Solmecke. Dabei darf auch der Standstreifen überfahren werden. Bei drei oder mehr Spuren beschränkt sich diese Vorgehensweise immer auf die linke Seite. Das bedeutet, dass alle Kfz auf der äußersten linken Spur nach links ausweichen. Die Verkehrsteilnehmer der übrigen Spuren weichen nach rechts aus.

Das sind die Vorteile einer Rettungsgasse

Fassen wir noch einmal die wichtigsten Vorteile der Rettungsgasse zusammen. Beachtet immer, dass es um Menschen geht, die durch Einsatzfahrzeuge schnell erreicht werden müssen.

  • Sie ist einfach zu bilden
  • Rettungsfahrzeuge und Einsatzkräfte kommen schnell zum Einsatzort
  • Verletzte können schneller geborgen werden (dran denken: Man kann immer selbst betroffen sein)
  • Die Überlebenschance von Unfallopfern steigt um ca. 40 Prozent

Neue Regelungen für die Rettungsgasse ab 2017

„Eine wichtige Regelung ist, dass die Rettungsgasse bereits dann gebildet werden muss, wenn der Verkehr bereits im Schritttempo fließt“, weiß Rechtsanwalt Kai Solmecke. Das bedeutet, dass, wenn du auf ein Stau-Ende zufährst, die Rettungsgasse nach den genannten Regeln gebildet werden muss – auch  wenn noch kein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht in der Nähe ist.

Fazit:

Die Rettungsgasse ist für Unfallopfer oder Verletzte im Straßenverkehr im Zweifel überlebenswichtig. Macht den Weg für Rettungskräfte zügig frei und checkt euren Rückspiegel. Wenn ihr auf ein Stau-Ende zufahrt, dann regelt ggf. eure Musik runter, so dass ihr Einsatzkräfte hören könnt, die sich den Weg zur Unfallstelle bahnen müssen.