Julia

Umfrage: Erst kracht’s auf der Straße, dann vor Gericht

Es vergeht eigentlich kaum ein Tag, an dem ich auf meinem Arbeitsweg mal keine Blaulichter vorbeirauschen sehe. Klar, es sind zum Glück nicht immer die spektakulären Autobahn-Crashs à la Cobra 11. Mal ist es eine missachtete Vorfahrtsregel, mal ein Zusammenstoß mit einem Fahrrad in einer schmalen Seitengasse und besonders häufig ein Stoßstangen-Knutsch im zähfließenden Verkehr. Jeder Fall ist für die Beteiligten natürlich ärgerlich – und kann finanziell wie auch gesundheitlich böse enden. Bereits vor zwei Jahren haben wir beim Marktforschungsinstitut YouGov eine Umfrage in Auftrag gegeben, die sich mit den Risiken im Straßenverkehr befasste. Jetzt wollten wir wissen: Hat sich an der Risikosituation etwas geändert? Wer wird häufiger in Unfälle verwickelt, Männer oder Frauen? Und – gerade für uns als Rechtsschutz-Versicherer interessant –  was sind aktuell die häufigsten Gründe für einen Rechtsstreit nach einem Verkehrsunfall? Die spannenden Ergebnisse stellen wir Euch heute vor.

Fast jeder vierte Deutsche (23 Prozent) war laut unserer aktuellen YouGov-Studie in den letzten fünf Jahren mindestens einmal in einen Verkehrsunfall verwickelt. Der Zeitvergleich zeigt: Das Risiko, als Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer in einen Unfall zu geraten, ist damit unverändert hoch (2016: 26 Prozent).

Männer trifft es dabei etwas häufiger als Frauen. Von den rund 2.000 Befragten gaben 27 Prozent der Männer (2016: 28 Prozent) an, in der jüngeren Vergangenheit einen Unfall gehabt zu haben. Bei den Frauen sind es aktuell 20 Prozent. Im Vergleich zu 2016 zeigt sich für die Frauen damit ein etwas geringeres Unfallrisiko: Vor zwei Jahren traf es noch jede vierte Frau (24 Prozent). Außerdem sind jüngere Menschen nach wie vor häufiger betroffen als ältere: Bei den unter 35-Jährigen gab rund ein Drittel (30 Prozent, 2016: 34 Prozent) an, in den letzten fünf Jahren mindestens einen Unfall im Straßenverkehr gehabt zu haben. Bei den über 35-Jährigen war es nur gut jeder Fünfte (21 Prozent, 2016: 24 Prozent).

Männer begehen häufiger „kleine Sünden“ im Straßenverkehr

Was die Umfrage ebenfalls deutlich macht: Stress im Straßenverkehr resultiert jedoch nicht unbedingt nur aus Unfällen. Vielmehr sind es kleine Verkehrssünden, die deutschen Verkehrsteilnehmern Ärger einbringen: Jeder zweite Deutsche (48 Prozent) musste in den vergangenen fünf Jahren wegen eines Verkehrsdelikts ein Bußgeld zahlen. Die mit Abstand häufigsten Gründe dafür sind – analog zu 2016 – eine Geschwindigkeitsüberschreitung (32 Prozent) und Falschparken (18 Prozent). Männer nehmen es mit den Verkehrsvorschriften weniger genau als Frauen und werden dementsprechend häufiger zur Kasse gebeten: Sowohl bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen (39 Prozent vs. 25 Prozent) als auch beim Falschparken (20 Prozent vs. 17 Prozent) führen die Männer das Ranking an. Auch hier sind die Umfragewerte im Zweijahresvergleich stabil.

In Baden-Württemberg wird gern gebrettert

Was die Verkehrssünden betrifft, zeigen sich außerdem regionale Unterschiede. Unter den einwohnerstärksten Bundesländern haben es die Autofahrer in Baden-Württemberg der Umfrage zufolge besonders eilig: 38 Prozent ließen sich bei einer Spritztour unfreiwillig ablichten und bekamen anschließend unerwünschte Post nach Hause. Auch in Rheinland-Pfalz (36 Prozent) und Sachsen (36 Prozent) blitzt es besonders häufig. Die Fahrzeughalter aus Hessen, die vor zwei Jahren noch mit 41 Prozent das Ranking anführten, lassen es jetzt offenbar ruhiger angehen: Hier gerieten nur 34 Prozent in eine Radarfalle.

Personen mit Rechtsschutz-Versicherung gewinnen häufiger

Dass ein Verkehrsunfall nicht nur ärgerlich und unter Umständen teuer ist, sondern auch vor Gericht enden kann, mussten 13 Prozent der Befragten bereits am eigenen Leib erfahren (2016: 15 Prozent). Bei knapp der Hälfte aller Streitigkeiten (45 Prozent) ging es im aktuellsten Fall um die Schuldfrage (2016: 52 Prozent). Außerdem sind häufige Ärgernisse: die Höhe des Schadens (2018: 28 Prozent, 2016: 27 Prozent) und Streit ums Schmerzensgeld (2018: 16 Prozent, 2016: 20 Prozent).
Ob ein Rechtsstreit für die Betroffenen einen positiven Ausgang hat, wird offensichtlich durch eine Rechtsschutz-Versicherung begünstigt: Personen mit einer Rechtsschutz-Police gewinnen ihre Streitigkeiten in zwei Dritteln der Fälle (67 Prozent). Betrachtet man alle Befragten, sind nur 61 Prozent erfolgreich.

Rechtsansprüche ohne Risiko durchsetzen

Wie ich übrigens kürzlich in einem Gespräch mit unserem Partneranwalt Andreas Conzelmann erfahren habe, scheuen sich viele Betroffene aufgrund finanzieller Sorgen davor, ihre Rechte vor Gericht durchzusetzen: „Es kommt häufig vor, dass Unfallopfer – trotz sehr guter Erfolgschancen – von einer rechtlichen Auseinandersetzung absehen, weil sie sich vor den Anwalts- und Gerichtskosten fürchten.“ Der Anwalt weist darauf hin, dass eine Rechtsschutz-Versicherung Betroffenen in jedem Fall dabei helfen könne, ihre Rechtsansprüche durchzusetzen. „Mehr als zwei Drittel der Deutschen verfügen aktuell über keinen Verkehrs-Rechtsschutz und verzichten damit auf die Möglichkeit, risikofrei gegen unberechtigte Bußgeldbescheide vorzugehen, nach einem Verkehrsunfall Schadenersatzansprüche geltend zu machen oder sich nach einer fehlerhaften Fahrzeugreparatur mit der Werkstatt auseinanderzusetzen.“

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