Julia

Umfrage: Großstädter genervt von E-Scootern

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Als eine Kollegin aus der Redaktion vor ein paar Wochen erzählte, dass Sie per E-Scooter durch die Stadt gedüst ist und dabei grundlos von Passanten angepöbelt wurde, brach bei uns eine längere Diskussion aus. Die einen finden die lautlosen Elektroflitzer super praktisch, die anderen sind einfach nur genervt – von den oft rücksichtslosen Fahrern, die die Roller anschließend auch noch überall auf den Gehwegen parken. Das brachte uns auf die Idee, eine repräsentative Umfrage durchzuführen. Gerade für uns als Rechtsschutz-Versicherer ist es interessant zu erfahren, wie viel Konfliktpotential in dem neuen Fortbewegungsmittel steckt. Die Meinungsforscher von Civey haben die Bewohner aus sechs deutschen Großstädten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München) dazu befragt.

Beliebt bei Studenten und Arbeitssuchenden

Von der Haltestelle ins Büro, vom Hörsaal zur Mensa oder von Zuhause schnell zum Shoppen in die Stadt: Immer mehr Menschen wählen E-Scooter, um im Großstadt-Dschungel von A nach B zu kommen. Mehr als jeder Fünfte (20,4 Prozent) ist bereits mindestens einmal mit einem Elektro-Tretroller durch die Stadt gecruised. Die größten Fans sind erwartungsgemäß unter den 18- bis 29-Jährigen zu finden: Hier hat knapp jeder Zweite (48,1 Prozent) das neue Verkehrsmittel bereits ausprobiert. Doch auch ältere Befragte zeigen sich experimentierfreudig. Mehr als jeder Zehnte der 50- bis 64-Jährigen hat die E-Roller bereits ausprobiert. Bei den über 65-Jährigen sind es immerhin noch acht Prozent – getreu dem Motto “Roller statt Rollator”.

Betrachtet man den Beschäftigungsstatus, so zeigt sich, dass E-Scooter besonders bei Studenten und Arbeitssuchenden beliebt sind: 20 Prozent der Nicht-Erwerbstätigen nutzt sie regelmäßig. Von den Studenten fährt mehr als jeder Sechste (17,3 Prozent) regelmäßig, jeder Fünfte (20 Prozent) zumindest ab und an.

Frauen geraten häufiger in Konflikte, wenn sie E-Scooter nutzen

Gerade in den Innenstädten gehören vorbeirauschende E-Scooter und kopfschüttelnde Passanten inzwischen zum Stadtbild. Doch wie oft kommt es tatsächlich zu Auseinandersetzungen aufgrund von E-Scootern? Laut der von ROLAND Rechtsschutz initiierten Umfrage hat sich mehr als jeder sechste E-Scooter-Fahrer (17,3 Prozent) durch eine Elektroroller-Fahrt schon einmal Ärger eingeheimst: Entweder mit anderen Verkehrsteilnehmern (9,2 Prozent), mit der Polizei (4,3 Prozent), mit anderen E-Scooter-Fahrern (2,1 Prozent) oder dem E-Scooter-Verleih (2 Prozent). Frauen (22,5 Prozent) geraten dabei deutlich häufiger in Konflikte als Männer (14,2). Alterstechnisch ist die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen die streitanfälligste: Über 15 Prozent hatten während der Nutzung von E-Scootern schon Auseinandersetzungen mit anderen Verkehrsteilnehmern, in allen anderen Altersgruppen lag der Wert unter 10 Prozent.

Jeder Zweite ärgert sich über E-Scooter-Fahrer

Auch wer die Roller selbst nicht nutzt, kommt unweigerlich an diesem Trend nicht vorbei. Mehr als die Hälfte der Befragten (51,5 Prozent) hat sich als Passant schon einmal über einen E-Scooter-Fahrer geärgert. Nur in der jüngsten Befragungsgruppe der 18- bis 29-Jährigen waren es deutlich weniger: Hier hat sich nur jede Dritte schon mal geärgert (34,6). Frauen (52,1 Prozent) ärgern sich unwesentlich häufiger als Männer (50,9 Prozent).

Hauptgrund des Ärgernisses: Fahrer respektieren die Verkehrsregeln nicht (41,3 Prozent). Am zweithäufigsten nervt es die Passanten, dass die E-Scooter überall geparkt werden (25,5 Prozent). Außerdem kritisiert mehr als jeder zehnte Befragte, dass die Roller nicht umweltfreundlich (11,9 Prozent) und allgemein gefährlich (11,3 Prozent) sind.

Junge Menschen häufiger in Unfälle mit E-Scootern verwickelt

Ärger über rücksichtsloses Verhalten ist die eine Sache. Doch wie häufig kommt es tatsächlich zu Verkehrsunfällen? Von allen Befragten antworteten etwa sieben Prozent, dass sie entweder als Fußgänger (4,3 Prozent), Autofahrer (1,1 Prozent), E-Scooter-Fahrer (1,0 Prozent) oder Fahrradfahrer (0,9 Prozent) bereits in einen Unfall mit E-Scootern verwickelt waren. Unter den jüngeren Befragten steigt diese Zahl deutlich: Mehr als jeder Sechste (17,2 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen hatte schon einen Unfall mit E-Scooter-Beteiligung. Am häufigsten als Fußgänger (8 Prozent) oder als E-Scooter-Fahrer (4,3 Prozent).

Die Umfrage zeigt: E-Scooter sind in Großstädten auf dem Vormarsch, bergen allerdings auch großes Konfliktpotenzial. Wenn Ihr auf Nummer sicher gehen wolltet, solltet Ihr neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung auch eine Verkehrs-Rechtsschutz-Versicherung abschließen. Denn nur so seid Ihr auf der sicheren Seite, wenn es nach einem Unfall zu juristischen Streitigkeiten kommt, zum Beispiel wegen der Schuldfrage. In diesem Sinne: Guten Fahrt!