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Winterreifen-Wechsel: Das ist zu beachten

Jeder Autofahrer kennt es nur zu gut. Zweimal im Jahr hat man das Vergnügen seinen Wagen aufzubocken und die Reifen zu Winterreifen bzw. Sommerreifen zu wechseln. Wenn die Temperaturen langsam in den Keller sinken und sich der erste Schnee ankündigt, dann wird es in der Regel Zeit. Doch muss man eigentlich seine Reifen wechseln und was passiert, wenn man in einen Unfall verwickelt wird bei dem man im Winter mit Sommerschlappen unterwegs gewesen ist. Es gibt einige Mythen und einige Fakten zu dem Thema, die ich gerne zusammen mit unserem Partneranwalt Kai Solmecke klären möchte.

Wann wird es Zeit für den Reifenwechsel?

Eine beliebte Faustregel ist von „O“ bis „O“, von Ostern bis Oktober. Das bedeutet, dass um Ostern und Oktober der Reifenwechsel stattfinden sollte.  Es kann jedoch sein – in Köln kommt es relativ oft vor –, dass es im Winter eigentlich relativ warm ist. Also stelle ich mir jedes Jahr aufs Neue die Frage, was nun wirklich gilt. „Der Gesetzgeber hat keine Faustformel im Gesetz festgelegt. Ferner existieren auch keine genauen Zeiten, ab wann eine Winterbereifung Plicht ist“, weiß Rechtsanwalt Kai Solmecke. Es komme vielmehr auf die konkreten Winterverhältnisse an. Wenn es im Dezember in NRW noch warm genug für eine Sommerbereifung ist, so können in anderen Teilen des Landes schon richtige Winterverhältnisse herrschen. Um einen Verschleiß der Winterreifen bei wärmeren Temperaturen zu vermeiden, solltet ihr diese erst ab Temperaturen von unter 15 Grad wechseln. Wer in den Wintersport fährt, sollte dies berücksichtigen.

Winterreifenpflicht besteht laut Gesetz, wenn mindestens eine der folgenden Witterungsbedingungen vorliegt:

  • Glatteis
  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • Eis- und Reifglätte

Wie erkenne ich einen Winterreifen?

Bei einem Winterreifen handelt es sich um einen sogenannten M+S (Matsch und Schnee) Reifen. Um die Fahreigenschaften zu verbessern, besitzen diese Reifen ein besseres Profil, sodass bei den entsprechenden Wetterverhältnissen mehr Grip vorhanden ist. Auch die Profilrillen sind bei diesen Reifen meist breiter und tiefer. Das Problem dieser Reifen ist jedoch, dass sie keiner einheitlichen Qualitätsprüfung unterliegen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der achtet auf das spezielle Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke). Dabei kann man sicher gehen, dass der Winterreifen umfangreiche und standardisierte Tests durchlaufen hat. „Bis zum 30. September 2024 gelten M+S-Reifen vor dem Gesetzgeber als wintertauglich, sofern sie vor dem 31. Dezember 2017 produziert worden sind”, weiß Kai Solmecke. Wer vor einen Gebrauchtwagenkauf mit Winterreifen steht, der sollte die angebotenen Winterreifen entsprechend nach Zustand kontrollieren!

Was passiert, wenn ich bei Winterreifenpflicht in einen Unfall verwickelt werde?

Winterreifen-Wechsel: Lästiges aber wichtiges Thema für alle die (rechts)sicher Autofahren möchten.

Wer bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen unterwegs ist, der riskiert einiges. Das Problem bei Sommerreifen ist, dass das Gummi bei den niedrigen Temperaturen aushärtet und somit die Fahreigenschaften des Fahrzeugs negativ beeinflusst. „Wer mit Sommerreifen bei winterlichen Verhältnissen einen Auffahrunfall verursacht, der riskiert den Verlust des vollständigen Kasko-Versicherungsschutzes wegen grober Fahrlässigkeit“, sagt Kai Solmecke. Das bedeutet, dass der Fahrer dann den Schaden aus eigener Tasche zu begleichen hat. Je nach Blechschaden kann das mehrere tausend Euro kosten.

Ein weiterer Kostenfaktor sind Bußgelder. „Ein Verkehrsteilnehmer, der aufgrund falscher Bereifung den Verkehr behindert, muss mit einem Bußgeld von 80 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen“, weiß der Rechtsanwalt.

Winterreifen-Wechsel: So geht es

Natürlich bietet jede Werkstatt diesen Service an. Die Kosten für den Wechsel sind meistens gering. Ich finde diese Aktion dennoch relativ nervig: Reifen einladen, zur Werkstatt fahren und das Ganze dann wieder umgekehrt. Da ist es dann doch bequemer, die Reifen eben schnell selber zu wechseln. So kann man dann doch noch ein wenig Geld sparen. Aber wie gehe ich beim Reifenwechsel vor?

Achtet darauf, dass euer Fahrzeug auf einer geraden Fläche steht. Platziert dann den Wagenheber an den entsprechenden und dafür vorgesehenen Punkten am Unterboden eures Wagens. Wer nicht weiß, wo sich diese Punkte befinden, sollte in die Betriebsanleitung schauen. Ansonsten drohen Schäden am Fahrzeug! Vor dem Hochwuchten löst ihr schon einmal die Schrauben so, dass man sie später bequem mit der Hand weiter abschrauben kann. Mir ist es zu unsicher, die Schrauben bei einem hochgebockten Wagen zu lösen, da es manchmal ein wenig Kraft kostet und das Fahrzeug auf dem Wagenheber mir dafür zu unsicher steht. Daher vorher machen!

Wenn alle Schrauben gelöst sind, dann kann man den Reifen bequem wechseln. Markier‘ dir mit einem Stück Kreide, welchen Reifen du gerade abmontiert hast, damit du später weißt, wo er hingehört. Den neuen Reifen schraube ich auf dem Wagenheber nicht fest. Ich ziehe die Schrauben mit dem Schlüssel nur so fest, dass der Reifen gut fixiert ist. Immer darauf achten, dass der Reifen auf der Achse vollständig aufliegt und nicht schief montiert wird. Dann können der Wagenheber entfernt und die Schrauben mit einem Drehmoment-Schlüssel entsprechend festgemacht werden. Wie hoch der Drehmoment für dein Fahrzeug sein sollte, erfährst du in der Betriebsanleitung deines Wagens. Ganz wichtig: Die Schrauben dürfen nicht geölt oder geschmiert werden!

In dem Video findet ihr noch weitere nützliche Tipps für den bevorstehenden Radwechsel!

Fazit:

Auch wenn es ein lästiger Job ist, sein Fahrzeug wintertauglich zu machen, ist es doch ein notwendiger und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es kann richtig teuer werden, wenn man mit Sommerreifen im Winter einen Verkehrsunfall verursacht. Mal ganz abgesehen davon, dass bei einem Unfall Personen verletzt werden können – und das nur, weil man zu faul oder zu geizig für Winterreifen war. Daher sollte man die Witterungsverhältnisse zwischen den Jahreszeiten im Auge behalten. Entweder man wechselt selbst oder sucht sich eine Werkstatt.

[Gesamt:7    Durchschnitt: 3/5]

Sebastian

Autofahren ist manchmal ziemlich nervig. Entweder man steht im Stau, ist gestressten Verkehrsteilnehmern ausgesetzt oder man ärgert sich über den Spritpreis. Wenn ich ein Gesetz erlassen könnte, würde ich das Rauchen in Autos verbieten, in denen Kinder sitzen.

2 Kommentare

  • Sehr schöne Anleitung. Leider vermisse ich den Hinweis, daß vor dem Radschrauben lösen oder spätestens vor dem Aufbocken die Handbremse angezogen und der Gang eingelegt sein sollte 😉 .

    • Hallo “ich” 🙂
      Vielen Dank für deinen wichtigen Hinweis! Du hast natürlich völlig Recht. Das sollte man vor dem Lösen der Schrauben unbedingt machen!

      Danke dir & Viele Grüße

      Sebastian

Wer hat’s geschrieben?

Sebastian

Autofahren ist manchmal ziemlich nervig. Entweder man steht im Stau, ist gestressten Verkehrsteilnehmern ausgesetzt oder man ärgert sich über den Spritpreis. Wenn ich ein Gesetz erlassen könnte, würde ich das Rauchen in Autos verbieten, in denen Kinder sitzen.

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Unser Partneranwalt

Kai Solmecke

Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.