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Einstweilige Verfügung: Voraussetzungen, Bedeutung & Kosten

Eine Person unterschreibt einen Vertrag. Davor liegt ein Richterhammer.

Mitunter kann es Jahre dauern, bis ein Gericht in einem Rechtsstreit eine Entscheidung trifft. Wenn die Ansprüche dringlich sind und ein langwieriges Gerichtsverfahren nicht zumutbar ist, bietet das deutsche Rechtssystem einen vorläufigen Rechtsschutz: Die einstweilige Verfügung. Was ist das genau und wie funktioniert sie? Welche Voraussetzungen braucht es für eine gerichtliche Verfügung und wie hoch sind die Kosten dafür?

Was ist eine einstweilige Verfügung?

Die Zivilprozessordnung (ZPO) regelt die einstweilige Verfügung. Von Bedeutung ist sie, weil sie im Prozessrecht subjektive Rechte bei Dringlichkeit bereits vor der Entscheidung über eine Klage vorübergehend wirksam schützt. Somit ist die einstweilige Verfügung per Definition eine vorläufige Entscheidung in einem gerichtlichen Eilverfahren.

Die einstweilige Verfügung wird mitunter auch einstweiliger oder vorläufiger Rechtsschutz genannt. Im Familienrecht wird der Begriff einstweilige Anordnung verwendet. Falls sich die Ansprüche auf Geldforderungen beziehen oder in eine Geldforderung übergehen können, wird die Anordnung eines dinglichen Arrests beantragt.

Die Erwirkung einer einstweiligen Verfügung ist auch ohne Einreichung einer Klage im sog. Hauptsacheverfahren möglich. Das bedeutet, dass sie bereits wenige Tage nach Beantragung erlassen werden kann. Dabei kann das zuständige Amts- oder Landgericht im Ausnahmefall die einstweilige Verfügung ohne Anhörung beschließen – eine sogenannte Beschlussverfügung. Im Regelfall wird sich der Antragsgegner aufgrund des Grundsatzes der prozessualen Waffengleichheit vor einer Entscheidung äußern dürfen. Auch kann die Entscheidung in einer Urteilsverfügung mit mündlicher Verhandlung fallen.

Um eine endgültige Entscheidung in der Hauptsache nicht vorweg zu nehmen, sind einstweilige Verfügungen und einstweilige Anordnungen regelmäßig zeitlich begrenzt. Die jeweiligen Fristen können bei Bedarf vor ihrem Ablauf verlängert werden. Sollte der Antragsgegner eine Abschlusserklärung abgeben, kann der Rechtsstreit sogar ohne Klageerhebung vorzeitig beendet werden. Durch die Abschlusserklärung akzeptiert der Antragsgegner die gerichtlich festgesetzten Auflagen und verzichtet auf das Recht, gegen die gerichtliche Verfügung vorzugehen.

Durch einstweiligen Rechtsschutz können verschiedene Verfügungsansprüche geltend gemacht werden. Dazu zählen:

  • Unterlassungsansprüche
  • Beseitigungsansprüche im Urheberrecht
  • Gegendarstellungsansprüche im Presserecht

Beispielsweise kann im Gesellschaftsrecht eine einstweilige Verfügung die Änderung der Eintragungen im Handelsregister oder die Einreichung einer geänderten Gesellschafterliste untersagen. „Die einstweilige Verfügung bedeutet in der Praxis: Schneller Rechtsschutz ohne Warten auf eine Hauptverhandlung. Allerdings bedarf diese Verfügung bestimmter Voraussetzungen", legt Rechtsanwalt Ansgar Bigge dar.

Welche Voraussetzungen gelten, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken?

Gemäß § 935 ZPO müssen für die einstweilige Verfügung folgende Voraussetzung gegeben sein:

Verfügungsanspruch

Der Antragsteller muss einen Anspruch haben. Zum Beispiel kann dieser das Unterlassen einer konkreten Handlung sein oder in der Herausgabe von Gegenständen liegen. Ansprüche auf Zahlung von Geld lassen sich nicht über eine einstweilige Verfügung geltend machen. In diesem Fall ist ein Arrest notwendig, dessen sonstige Voraussetzungen denen der einstweiligen Verfügung ähnlich sind.

Verfügungsgrund

Der Antragsteller muss im Regelfall einen dringlichen Handlungsbedarf nachweisen. Demnach muss er beweisen, dass ohne eine einstweilige Verfügung beispielsweise eine Gefährdung der eigenen Rechte besteht. Eine Entscheidung in der Hauptsache käme für den Antragsteller nicht mehr rechtzeitig. Im Wettbewerbs- und Markenrecht bestehen gesetzliche Dringlichkeitsvermutungen (zum Beispiel durch Wettbewerbsnachteile oder die Verwechslungsgefahr zweier Marken).

Glaubhaftmachung

Das Anliegen muss glaubhaft sein. Das heißt, der Antragsteller muss Unterlagen vorlegen, welche die Dringlichkeit seiner Ansprüche unterstreichen. Die behauptete Rechtsverletzung muss auf Basis der vorgelegten Unterlagen überwiegend wahrscheinlich erscheinen. Zeugen werden im vorläufigen Rechtsschutzverfahren nicht vernommen. Neben den Strengbeweismitteln (v.a. Urkunden) kann der Antragsteller hierbei insbesondere von der eidesstattlichen Versicherung Gebrauch machen. Deren Inhalt ist genauestens abzustimmen. Die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung stellt einen Straftatbestand dar.

Verfügungsgesuch

Der Antragsteller muss einen Antrag einreichen. Diesen kann er schriftlich beim zuständigen Gericht abgeben oder zu Protokoll bei der Geschäftsstelle geben. Damit die Anforderungen eingehalten und die beantragte einstweilige Verfügung erlassen wird, ist es ratsam, auch vor dem Amtsgericht anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Einstweilige Verfügung beantragen

Wer eine einstweilige Verfügung erwirken will, kann das beim zuständigen Gericht tun. „Zuständig ist laut § 937 ZPO das Gericht der Hauptsache. Mitunter kann bei besonderer Dringlichkeit auch das Amtsgericht gemäß § 942 ZPO zuständig sein”, erklärt Rechtsanwalt Ansgar Bigge. Bei hohen Streitwerten über 5.000 € wird das Landgericht zuständig.

Nachdem die gerichtliche Verfügung beantragt ist, hängt die Dauer bis zum Erlass von unterschiedlichen Faktoren wie der Schwere der Rechtsverletzung, Komplexität des Falls oder Gerichtsauslastung ab. Aber in der Regel wird sie innerhalb weniger Tage erlassen.

Wichtig

Es gilt die sogenannte Antragsfrist zu beachten. Denn die Antragsfrist ist vom Verfügungsgrund abhängig. Falls die Ansprüche für den Antragsteller nicht mehr besonders eilig sind, entfällt der Verfügungsgrund. Ebenso verhält es sich bei einzelnen Handlungen, die bereits vor Beantragung der einstweiligen Verfügung umgesetzt wurden. Dabei entscheiden die Gerichte unterschiedlich, wann keine Eilbedürftigkeit mehr vorliegt. Die Fristen belaufen sich hierbei in der Regel auf maximal einen Monat. Immer beginnt die Antragsfrist mit der Kenntnis vom Schaden.

Ab wann gilt die gerichtliche Verfügung?

Die Dauer bis zur Wirksamkeit hängt von der Vollziehung ab. Das bedeutet, dass eine einstweilige Verfügung nur dann wirksam ist, wenn sie dem Antragsgegner zugestellt wird. Diese Zustellung hat der Antragsteller am besten unmittelbar nach Erlass zu veranlassen, um die beantragte Verfügung umzusetzen. Das Gericht wird von sich aus nicht aktiv. Die Übergabe muss durch einen Gerichtsvollzieher erfolgen. Die Übersendung per Post durch den gegnerischen Rechtsanwalt genügt nicht. Mit der offiziellen Zustellung ist sie wirksam. Sie ist für den angegebenen Zeitraum, regelmäßig aber bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache gültig.

Zur Durchsetzung der beantragten Verfügung ist es zudem ratsam, gleichzeitig zu beantragen, dem Antragsgegner bei Zuwiderhandlung gemäß § 890 ZPO ein Ordnungsgeld aufzuerlegen bzw. ihn zu Ordnungshaft zu verurteilen. Das Ordnungsgeld liegt im Ermessen des entscheidenden Gerichts und kann bis zu 250.000 € betragen. Sollte das Ordnungsgeld nicht gezahlt werden, kann der Antragsgegner sogar zu Ordnungshaft von bis zu zwei Jahren verurteilt werden.

Rechtsfolgen: Was passiert bei einer einstweiligen Verfügung?

Nach erfolgter Zustellung ist die einstweilige Verfügung wirksam. Demnach hat der Antragsgegner sofort Folge zu leisten. „Dadurch ergibt sich für den Antragsgegner aber auch die Möglichkeit, Schadenersatz zu fordern, wenn die einstweilige Verfügung im Verfahren aufgehoben wird.”, weist Rechtsanwalt Ansgar Bigge hin. Wenn beispielsweise die Verwendung eines Markennamens untersagt wurde und daher Ware vernichtet oder umetikettiert werden musste, kann dafür anschließend Schadensersatz verlangt werden.

Einstweilige Verfügung erhalten – Was tun?

Wer eine einstweilige Verfügung erhalten hat, sollte den Rat eines Rechtsanwaltes hinzuziehen. Denn es gibt verschiedene Möglichkeiten, gegen eine einstweilige Verfügung vorzugehen:

Schutzschrift

Wer ahnt, dass gegen ihn eine einstweilige Verfügung erlassen werden könnte, kann beim zentralen Schutzschriftenregister eine Schutzschrift einreichen. Hier können Gründe gelistet werden, warum ein möglicher Antrag zurückzuweisen ist oder Gegenstand einer mündlichen Verhandlung werden sollte. Die Schutzschrift gilt bei allen ordentlichen Gerichten eingereicht und ist sechs Monate nach ihrer Einstellung zu löschen.

Widerspruch

Wenn die einstweilige Verfügung in einer Beschlussverfügung ohne mündliche Verhandlung erlassen wurde, kann der Antragsgegner Widerspruch einlegen. Anschließend bekommt er in einer mündlichen Verhandlung die Möglichkeit, seinen Standpunkt zu verdeutlichen.

Gibt das Gericht dem Widerspruch statt, wird die einstweilige Verfügung aufgehoben. „Aber Vorsicht! Der Widerspruch allein hebt die einstweilige Verfügung noch nicht auf. Den in der einstweiligen Verfügung genannten Auflagen ist Folge zu leisten, bis das Gericht über den Widerspruch durch Urteil entschieden hat”, warnt Rechtsanwalt Ansgar Bigge.

Berufung

Ist das Urteil einer Urteilsverfügung oder eines Widerspruchs nicht zufriedenstellend, kann der Antragsgegner in Berufung gehen. Dann wird in zweiter Instanz entschieden. Falls der Antragsgegner auch die Berufung verliert, trägt er die Kosten des kompletten Verfahrens.

Hauptverfahren erzwingen

Auch ermöglicht es § 926 ZPO dem Antragsgegner, ein Hauptverfahren zu erzwingen. Dadurch muss der Antragsteller innerhalb einer gerichtlichen Frist eine Klage erheben. Falls diese Frist nicht eingehalten wird, kann die einstweilige Verfügung auf Antrag des Antragsgegners aufgehoben werden. Ebenso ist die Regelung, wenn im Hauptverfahren die einstweilige Verfügung für unrechtmäßig erklärt wird.

Antrag auf Aufhebung wegen veränderter Umstände

Falls sich die Umstände nach dem Erlass der einstweiligen Verfügung verändert haben, kann der Antragsgegner eine Aufhebung beantragen. Beispielsweise ist dies möglich, wenn es zu Rechtsänderungen kam, die der einstweiligen Verfügung die rechtliche Grundlage entzogen haben.

Abschlussschreiben und Abschlusserklärung

In einem Abschlussschreiben kann der Antragsteller den Antragsgegner auffordern, eine Abschlusserklärung abzugeben. Durch diese wird die einstweilige Verfügung als bindende unwiderrufliche Regelung anerkannt.

Wie hoch sind die Kosten für eine einstweilige Verfügung?

Die Kosten für eine einstweilige Verfügung setzen sich aus Gerichts- und Anwaltskosten zusammen. “Dabei variieren bei jeder Verfügung die Kosten mitunter stark. Faktoren wie der Streitwert und die Anzahl der beteiligten Parteien spielen eine Rolle. Es ist empfehlenswert, anwaltlichen Rat zur Kostenschätzung hinzuzuziehen.", sagt der Jurist.

Wer die Kosten trägt, wird in der Entscheidung über den vorläufigen Rechtsschutz geklärt. In der Praxis zahlt die einstweilige Verfügung meistens der Antragsgegner. Aber auch eine Kostenaufteilung zwischen den Parteien ist möglich. Wenn beispielsweise das Gericht dem Antragstellenden weniger zuspricht als beantragt, muss dieser mit anteiligen Kosten rechnen. Lehnt das Gericht den Antrag auf einstweilige Verfügung komplett ab, werden die gesamten Kosten dem Antragsteller auferlegt.

Gerichts- und Anwaltskosten hängen vom Gegenstandswert ab

Die Gerichts- und Anwaltskosten werden vom Streit- bzw. Gegenstandswert ausgehend berechnet. Die wirtschaftliche Bedeutung beeinflusst die Kosten einer einstweiligen Verfügung maßgeblich. Bei einem konkreten Zahlungsanspruch ist das vergleichsweise einfach zu berechnen. Der Vorteil der einstweiligen Verfügung ist, dass im Gegensatz zu einer Klage zunächst keine Gerichtskosten eingezahlt werden müssen. Nur für den Fall, dass der beantragten Verfügung nicht stattgegeben wird bzw. diese später aufgehoben wird, hat der Antragsteller die Gerichtskosten einzuzahlen. Sollte die einstweilige Verfügung hingegen wie beantragt erlassen werden, trägt der Antragsgegner die Gerichtskosten.

Aber mit einer einstweiligen Verfügung sollen Handlungen unterbunden werden. Also muss das zuständige Gericht den wirtschaftlichen Wert dieses Unterlassungsanspruches bewerten. Insbesondere im Gesellschafts-, Marken- oder Wettbewerbsrecht kommen schnell fünf- oder sechsstellige Werte zustande. Dabei orientieren sich Gerichte regelmäßig an vorangegangenen Entscheidungen sowie den Angaben des Antragstellers zum wirtschaftlichen Wert des Verfahrens für ihn selbst.

Beispiel für die Kosten einer einstweiligen Verfügung

Soweit bei dem Erlass der einstweiligen Verfügung keine Verhandlung stattfindet, sind die Anwaltskosten verhältnismäßig gering. Weiter hängt die Höhe der Anwaltskosten vom Gegenstandswert ab. Wird zum Beispiel ein Streitwert von 4.000 Euro angenommen und findet kein Verhandlungstermin statt, liegen die gerichtlichen Anwaltskosten dann bei ca. 480 Euro (Stand: Oktober 2025). Bei 10.000 Euro Streitwert belaufen sich die Kosten für eine einstweilige Verfügung auf ca. 1.030 Euro (Stand: Oktober 2025). Eine erste Orientierung bieten Prozesskostenrechner .

Was unterscheidet eine Unterlassungsklage von der einstweiligen Verfügung?

Eine einstweilige Verfügung ist eine schnelle, vorläufige gerichtliche Anordnung, die eine Rechtsverletzung sofort wirksam stoppt. Sie wird ohne ein Hauptsacheverfahren erwirkt. Die Unterlassungsklage ist hingegen ein gerichtliches Hauptsacheverfahren, das langfristig über den Unterlassungsanspruch entscheidet.

Eine Unterlassungsklage führt also zu einer endgültigen rechtlichen Regelung, während die einstweilige Verfügung in dringenden Fällen schnelle Hilfe bringt. Diese gerichtliche Verfügung ist aber nur für einen begrenzten Zeitraum wirksam. Danach müssen die Rechtsfolgen durch eine Unterlassungsklage oder eine Abschlusserklärung zementiert werden.

Einstweilige Verfügung: Beispiele aus verschiedenen Rechtsgebieten

Im Zivil- und Strafrecht, beispielsweise bei übler Nachrede, Beleidigung oder Verleumdung , kann eine einstweilige Verfügung eine Unterlassung von Äußerungen durchsetzen. Beim Finanzgericht wiederum kann eine Verfügung in dringenden Fällen eine Aussetzung der Vollziehung des Steuerbescheids erwirken.

Im Gesellschaftsrecht kann durch die einstweilige Verfügung die Vollziehung nichtiger oder anfechtbarer Beschlüsse der Gesellschafterversammlungen vorübergehend untersagt werden. Hier geht es u. a. darum, dass ein Geschäftsführer abberufen und aus dem Handelsregister ausgetragen oder nach Einziehung von Geschäftsanteilen eine geänderte Gesellschafterliste zum Handelsregister eingereicht werden soll. Da Dritte auf die Eintragungen im Handelsregister vertrauen dürfen, kann so vorübergehend die Rechtslage bezogen auf die Vertretung oder die Besetzung der Gesellschaft aufrechterhalten werden. Wegen der Dauer des Hauptsacheverfahrens könnten ansonsten Umstände eintreten, welche im Nachgang kaum oder überhaupt nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten.

Außerdem wird eine einstweilige Verfügung im Arbeitsrecht zur Durchsetzung des Urlaubsanspruches oder der Gehaltsfortzahlung eingesetzt. Auch ein Weiterbeschäftigungsanspruch nach einer gewonnenen Kündigungsschutzklage in der ersten Instanz ist grundsätzlich so durchsetzbar. Dies betonte beispielsweise das Landesarbeitsgericht Köln in einem Urteil ( 11 SaGa 10/13 ), wonach eine Weiterbeschäftigung im Eilverfahren bei offensichtlicher Unwirksamkeit der Kündigung oder besonderen Umständen angeordnet werden könne.

Auch im Persönlichkeits- und Presserecht spielt das Instrument eine wesentliche Rolle. Hier muss es besonders bei Internetpublikationen schnell gehen. Denn mit jedem Tag der weiteren Veröffentlichung kann die Rechtsverletzung schwerer wiegen. Genauso wichtig ist die einstweilige Verfügung im Urheber- und Markenrecht, insbesondere bei Markenfälschungen oder Verwechslungsgefahr. So bestätigte das LG München I im Verfahren 17 HK O 3700/20 eine zuvor erlassene Verfügung, weil zwischen der Verfügungsmarke und der verwendeten Bezeichnung Verwechslungsgefahr im Sinne des § 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG bestand.

Des Weiteren kann eine einstweilige Verfügung im Mietrecht dem Vermieter Zutritt zur Wohnung verschaffen. Das kommt in Betracht, wenn der Mieter eine Wohnungsbesichtigung für Nachmieter verweigert oder der Eigentümer einen Verdacht auf Schimmel in der Wohnung hat. Hingegen kann sie ihm auch Baumaßnahmen verbieten, bis über die Duldungspflicht des Mieters entschieden wurde.

Währenddessen bildet die gerichtliche Verfügung im Familienrecht einen Sonderfall. Denn hier heißt das Instrument einstweilige Anordnung. Angewandt wird es in Familien-, Kindschafts-, Gewaltschafts-, Unterhalts- und Betreuungs-, sowie Unterbringungssachen. So bestätigte beispielsweise das OLG München (Beschluss vom 08.04.2024 – 2 UF 118/24 e ), dass selbst der vorläufige vollständige Ausschluss des Umgangs im Eilverfahren angeordnet werden kann und – mit Ausnahme einiger besonders geregelter Anordnungen – darüber hinaus auch nicht anfechtbar ist ( § 57 FamFG ).

Haftungsausschluss : Dieser Artikel wurde ursprünglich am 12. Juni 2023 veröffentlicht und am 10. Dezember 2025 aktualisiert.

Unser Partneranwalt

Rechtsanwalt Ansgar Bigge ist seit 2022 Anwalt in der Kanzlei Bietmann Rechtsanwälte Steuerberater PartmbB und ist an den Standorten Köln und Duisburg tätig. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten gehören das Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Rechtsfälle im allgemeinen Vertrags- und Zivilrecht mit wirtschaftlichem Bezug. Während des Jura-Studium belegte Ansgar Bigge die Schwerpunkte Zivilrechtspflege, Anwaltsberuf und Notariat. Als überregional tätige Wirtschaftskanzlei erbringt die 1990 gegründete Sozietät Bietmann an zehn Standorten in Deutschland Rechts- und Steuerberatung.

Ansgar Bigge

Ansgar Bigge

Sozietät Bietmann

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