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Auto mit Totalschaden nach einem Auffahrunfall.

Auffahrunfall: Wer hat Schuld?

Reisen & Verkehr

„Wer auffährt, der hat Schuld“: Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Fahranfängerin gleich mehrfach auf diese Verkehrs-Weisheit hingewiesen wurde. Ob diese Belehrungen mit meinem Fahrstil zusammenhingen, weiß ich nicht. Aber schon damals habe ich mich gefragt, was ich denn eigentlich dafür kann, wenn der Fahrer vor mir unerwartet abrupt bremst und ich dadurch einen Auffahrunfall verursache.

Nun gut, ich habe natürlich eingesehen, dass ich immer für einen gewissen Sicherheitsabstand zum nächsten Fahrzeug sorgen muss und bin mit dieser Methode – im wahrsten Sinne – auch immer gut gefahren.

Doch jetzt wollte ich einmal genau wissen, wie es sich bei einem Auffahrunfall mit der Schuldfrage verhält, und habe bei Rechtsanwalt Kai Solmecke nachgefragt. „Richtig ist, dass derjenige, der auf das vorausfahrende Fahrzeug auffährt, in der Regel mindestens eine Mitschuld am Unfall trägt. Denn: Der Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug sollte so groß sein, dass man noch rechtzeitig bremsen kann. Vor Gericht gilt deshalb die Vermutung, dass der Auffahrende den Unfall verursacht hat“, so der Jurist.

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Auffahrunfall aus triftigem Grund?

Aber es gibt – wie so oft – natürlich auch Ausnahmen: „Ist der Auffahrende der Meinung, dass er unschuldig ist, muss er – etwa durch ein Sachverständigengutachten – beweisen, dass der Vorausfahrende zum Beispiel an der Ampel plötzlich zurückgesetzt oder ohne triftigen Grund eine plötzliche Vollbremsung gemacht hat.“

Stellt sich nur noch die Frage, was vor Gericht als triftiger Grund für eine Vollbremsung anerkannt wird und was nicht? „Wenn eine akute Gefahr für Leib oder Leben des Fahrers oder eines Dritten besteht, dann ist eine Vollbremsung gerechtfertigt“, erklärt Kai Solmecke. Rennt also ein spielendes Kind auf die Straße oder springt plötzlich ein Reh auf die Fahrbahn, haftet der bremsende Vordermann bei einem Auffahrunfall nicht.

Anders sieht es aus, wenn man aus eigenem Interesse plötzlich bremst – zum Beispiel, weil man sich verfahren hat und drehen möchte – oder wenn man für vorbeilaufende Kleintiere aufs Bremspedal tritt: „Wer für einen Igel, einen Hasen oder einen Frosch bremst und dadurch einen Auffahrunfall verursacht, muss in der Regel zumindest einen Teil des Schadens selbst tragen.“

Unser Partneranwalt

Kai Solmecke kennt sich mit dem Zivilrecht bestens aus. Er ist Gründungspartner der Siegburger Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte, die inzwischen an sechs Standorten im Rheinland vertreten ist. Mit ihrem großen Rechtsanwaltsteam deckt die Kanzlei eine Vielzahl an juristischen Fachgebieten ab, so zum Beispiel Bank- und Kapitalmarktrecht, Bau- und Architektenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Miet-und WEG-Recht, Versicherungsrecht, Arbeitsrecht und Verkehrsrecht. Die Kanzlei vertritt sowohl mittelständische Unternehmen als auch Verbraucher.

Kai Solmecke

Kai Solmecke

Kanzlei Solmecke Rechtsanwälte

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „Verkehrsrechtsschutz“